08/17 - Harrison Ford


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08/17 - Harrison Ford

Ein Schreiner will nach oben

Einen Stern auf dem berühmten Hollywood Walk of Fame haben viele Schauspieler und Unterhaltungskünstler. Um genau zu sein waren es bei der letzten Zählung im Februar 2016 exakt 2.574 Stück auf einer Länge von 18 Häuserblocks. Darunter sind viele illustre Namen, selbst Donald Trump ist dort verewigt. Nein, nicht wegen seiner schauspielerischen Qualitäten in der aktuellen Tragikomödie Mächtigster Mann der Welt, sondern wegen… ach, auch egal.

Natürlich hat Harrison Ford dort ebenfalls einen Stern, der allerdings neben seinen wirklichen Auszeichnungen etwas blass und belanglos wirkt. So etwas hat man halt als einer der bestbezahlten Schauspieler Hollywoods, da kann man gar nichts machen. Fords bedeutsamere Auszeichnung steht weltweit in den Regalen der Spielzeugläden: Gleich zwei Legofiguren ziert sein Konterfei – Han Solo aus Star Wars und Indiana Jones aus Jäger des verlorenen Schatzes. Das macht ihm so schnell keiner nach.

Und dann ist da noch eine wirklich außergewöhnliche Ehrung: Für sein privates Engagement in Sachen Umweltschutz wurden eine Ameise und eine Spinne nach ihm benannt. Pheidole harrisonfordi und Calponia harrisonfordi krabbeln seitdem in Fords Namen durch die von ihm geschützte Landschaft. Wer hätte das Mitte der 1960er Jahre gedacht, als Harrison Ford seinen Lebensunterhalt mit Schreinerarbeiten verdiente? Doch der Reihe nach:

Kindheit und Jugend

Am 13. Juli 1942 wird Harrison Ford in Des Plaines, einem kleinen Vorort von Chicago geboren. Sein Vater Christopher Ford ist irisch-deutscher Abstammung und ein mäßig erfolgreicher Schauspieler. Harrisons Mutter Dorothy ist Hausfrau und stammt von jüdischen Emigranten aus Weißrussland ab. Harrison gilt in seiner Kindheit und Jugend als introvertierter Außenseiter ohne wirkliche Freunde. Sozialen Anschluss und Kontakte zu Jungen seines Alters findet er bei den Boy Scouts of America, dem amerikanischen Pendant zu den europäischen Pfadfindern. Seine Zeit am Ripon College in Wisconsin verläuft bis auf die Bekanntschaft mit seiner späteren, ersten Frau Mary Louise Marquardt recht ereignislos. Als er nur drei Tage vor seinem Abschluss aus ungeklärten Gründen vom College fliegt, kommt Bewegung in sein bis dahin eher ruhig dahinplätscherndes Leben.

Auf der Suche

Es zieht Harrison, der insgeheim von einer Karriere als Schauspieler träumt, nach Los Angeles. Im damaligen Mekka der Filmindustrie sind schon viele vor ihm gescheitert, und zu Beginn sieht es bei Harrison ebenfalls nicht rosig aus. Er spricht bei den großen Filmstudios vor, doch die Herren von Columbia, MGM und Universal erteilen ihm eine Abfuhr nach der anderen: Kein Talent, keine Ausbildung, keinerlei Star-Qualität, keine Chance.

Schließlich kommt Harrison als Tischler in der Requisiten-Schreinerei eines kleinen Studios unter. Zu Beginn ist er dort für die Bühnendekoration verschiedener Musiker verantwortlich und geht unter anderem mit den Doors auf Tournee. Doch schon bald macht er sich einen Namen mit selbst entworfenen Möbelstücken, die schnell zu einem echten Renner bei den angesagtesten Schauspielern und Regisseuren werden. Auch der damals noch weitgehend unbekannte George Lucas wird auf Harrison aufmerksam und erkennt das gewisse Extra bei dem jungen Handwerker. Er bietet ihm eine Nebenrolle in seinem geplanten Film American Graffiti an. Harrison ist zunächst begeistert. Als er jedoch erfährt, dass seine Gage deutlich unter seinem recht guten Verdienst als Tischler liegt, sagt er ab. Erst als Lucas kräftig bei den Spesengeldern nachbessert, werden sich die beiden einig.

Vom Tischler zum Sternenkrieger

American Graffiti wird zu einem grandiosen Erfolg für alle Beteiligten und legt den Grundstein für Harrison Fords Schauspielkarriere. Während der Dreharbeiten ist zwischen ihm und George Lucas eine echte Freundschaft entstanden und so verwundert es nicht, dass der Regisseur den mittlerweile 34-jährigen Ford für eine Hauptrolle bei seinem nächsten Projekt vorschlägt. Ford stimmt zu und bekommt die Rolle des Han Solo im ersten Teil der Star Wars Saga. Ab diesem Moment schreibt Harrison Ford Filmgeschichte. Als Star Wars 1977 in die Kinos kommt löst der Streifen rund um Han Solo, Prinzessin Leia, Luke Skywalker und Co einen wahren Science Fiction-Boom aus. Der ewige Kampf zwischen Gut und Böse wird mit dem Kampf von Imperium gegen Rebellen auf eine neue, bildgewaltige Stufe der Special-Effects teleportiert. Bis hin zum heutigen siebten Teil hat die Star Wars Saga nichts von ihrer epischen Faszination verloren.

Der Archäologe mit der Peitsche

Um es mit einem Zitat von Meister Yoda aus Star Wars zu sagen: „Vergessen du musst, was früher du gelernt.“ Genau das gilt jetzt für Harrison Ford: Er kann den Rausschmiss vom College vergessen, genau wie die Zeit als Bühnenarbeiter auf Tournee und seine Existenz als Tischler. Mit Mitte 30 ist aus dem Unbekannten ein Star geworden, der sich voll auf die Schauspielerei konzentrieren kann. Er bekommt Rollenangebote und spielt in einer Reihe von Filmen mit, die seinem neuerworbenen Ruhm zwar nicht schaden, seine Karriere allerdings auch nicht weiter voranbringen.

Erst als Steven Spielberg und George Lucas ihm in ihrem gemeinsamen Filmprojekt Jäger des verlorenen Schatzes die Hauptrolle anbieten, kann er an die Erfolge von Star Wars anknüpfen. Er spielt in der Hommage an die billigen Serial-Abenteuerfilme der 1930er Jahre die Figur des wagemutigen Archäologen Indiana Jones. Auf spektakulären Reisen rund um die Welt ist Indiana Jones ständig auf der Suche nach historischen Artefakten, legt sich dabei immer wieder mit den Nazis an und beweist sein Können im Umgang mit der Peitsche.

Der erste Teil der bis heute auf vier Teile angewachsenen Indiana Jones Reihe katapultiert den mittlerweile 39 jährigen Ford endgültig in die erste Schauspielerliga von Hollywood. Mit den großangelegten Actionsequenzen und gelegentlich selbstironischen Untertönen wird Jäger des verlorenen Schatzes zum Blockbuster des Jahres und spielt weltweit mehr als 400 Millionen Dollar ein.

Jahre des Erfolgs

In den 1980er und 1990er Jahren dreht Harrison Ford im Schnitt einen Film pro Jahr und gilt in Hollywood als echter Garant für klingende Kinokassen. Herausragende Meilensteine dieser Zeit sind Filme wie Blade Runner von Ridley Scott, die Hitchcock-Hommage Frantic von Roman Polanski und Mike Nichols Komödie Die Waffen der Frauen.Im Jahr 1989 kommt der dritte Teil der Indiana Jones Reihe in die Kinos. In Der letzte Kreuzzug verkörpert Sean Connery den Vater von Harrison Ford alias „Indy“, dessen vollständiger Name eigentlich Dr. Henry Walton Jones Jr. lautet. Auch diese Fortsetzung wird wieder ein weltweiter Erfolg und spielt knapp eine halbe Milliarde Dollar ein.

Auch nach der Jahrtausendwende geht Harrison Ford es nicht viel ruhiger an, beginnt allerdings sich fernab der Kameras verstärkt für den Umweltschutz zu engagieren und seinem Fliegerhobby nachzugehen. 2008 übernimmt er erneut die Rolle des Indiana Jones im vierten Teil der Reihe und wird aller Voraussicht nach ebenfalls in den bereits geplanten nächsten zwei Teilen mit von der Partie sein. Dreißig Jahre nach dem unglaublichen Erfolg von Star Wars schlüpft er 2014 zum siebten und bislang letzten Mal in die Rolle des Han Solo. Während der Dreharbeiten zu Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht bricht sich Ford ein Bein, kann jedoch nach einer kurzen Genesungspause weiterarbeiten.

Privates

Mittlerweile ist Harrison Ford in dritter Ehe mit der als Ally McBeal bekanntgewordenen Schauspielerin Calista Flockhart verheiratet. Aus seinen ersten drei Ehen sind insgesamt vier Söhne und eine Tochter hervorgegangen. Für eine kurze Schrecksekunde in den Medien sorgt Harrison Ford im Jahr 2015, als er in einem von ihm selbst gesteuerten Kleinflugzeug mit Motorschaden auf einem Golfplatz notlanden muss. Er erleidet bei dem Absturz etliche Verletzungen, ist aber mittlerweile wieder vollständig genesen. Ein echter Indiana Jones ist eben nicht kleinzukriegen.

„Einen Stuntman die Arbeit machen lassen, ist so, als ob man in Urlaub geht und jemand anderen mit der eigenen Frau schlafen lässt.“

Harrison Ford

Copyright: © Gage Skidmore - Flickr.com

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