11/15 - Richard Branson


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11/15 - Richard Branson
Meine Mutter wollte uns unbedingt unabhängig machen. Im Alter von vier Jahren hielt sie einige Kilometer von unserem Haus entfernt an, damit wir den Weg über die Felder nach Hause selbst finden. Ich habe mich total verirrt. [Richard Branson]

Wettschulden sind Ehrenschulden

Es ist schon ein seltsames Bild: An einem Samstagabend im Mai 2013 sitzt der britische Unternehmer Sir Richard Branson in einer Bar im australischen Perth. Soweit nichts Ungewöhnliches, allerdings irritiert sein Outfit mit heruntergelassener Hose. Richtig absurd wird die Szene aber erst durch die Tatsache, dass eine Handvoll Stewardessen der AirAsia-Airlines damit beschäftigt ist Bransons nackte Beine zu rasieren. Handelt es sich um die australische Version von "Versteckte Kamera" oder sind Sir Branson seine Milliarden endgültig zu Kopf gestiegen? Man weiß ja: Zuviel Geld kann den Charakter nachhaltig schädigen... Nein, weder noch. Diese ungewöhnliche Aktion ist Teil einer Wettschuld, die Branson nach langem Zaudern endlich einlöst. Bereits 2010 hat er mit AirAsia-Chef Tony Fernandes gewettet, welches Team in der Formel Eins-Saison die Nase vorn haben wird; Team Lotus von AirAsia oder das von Branson gesponserte Marussia Virgin-Team. Bransons Wetteinsatz ist einfach: Würde er verlieren, müsste er einen Tag als Stewardess auf einem AirAsia-Flug arbeiten.

Am Ende der Saison zieht Marussia Virgin den Kürzeren und Branson verliert gleich zweimal: Den Titel und seine Wette. Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Also zwängt sich Branson am 12. Mai 2013 mit frisch rasierten Beinen in ein rotes Stewardessenkostüm und lässt sich dazu passend die Lippen rot schminken. Mit toupierten Haaren geht er an Bord des AirAsia-Flugs von Perth nach Kuala Lumpur, um Getränke zu servieren und Kabinenansagen zu machen. Mit an Bord: Wettsieger Tony Fernandes – seinen Konkurrenten in roten Pumps will er sich nicht entgehen lassen.

Was zeigt uns diese kleine Anekdote? Nun zunächst, dass die beiden Eigenschaften "britischer Sir" und "milliardenschwerer Unternehmer" nicht zwangsläufig auch "arroganter Snob" bedeuten. Sir Richard Branson ist zwar schwer einzuordnen, aber versnobt ist er ganz gewiss nicht. Was dann? Werfen wir einen Blick auf seinen Lebensweg, um uns Klarheit zu verschaffen.

Die frühen Jahre

Richard Branson wird am 18. Juli 1950 in der britischen Grafschaft Surrey geboren. Schon bald nach seiner Einschulung wird bei dem jungen Richard eine ausgeprägte Lese- Rechtschreib-Störung diagnostiziert. Seiner Legasthenie zum Trotz gründet er 1967 die Studentenzeitung "Student" und verlässt die Schule ohne Abschluss. Obwohl namhafte Autoren, wie Jean-Paul Sartre und John le Carré, an der Zeitung mitarbeiten, wird "Student" ein wirtschaftlicher Reinfall. Von diesem Misserfolg unbeeindruckt verwirklicht Branson im Alter von nur 19 Jahren seine erste Geschäftsidee: Er gründet den Schallplattenversand "Virgin". In den folgenden Jahren baut er sein junges Projekt mit eigenen Musikstudios und einem Plattenladen in London zum Unternehmen "Virgin Music" aus. Sein erster großer Wurf gelingt ihm 1972: Er nimmt den bis dato relativ unbekannten Bassisten Mike Oldfield unter Vertrag. Dessen Debütalbum Tubular Bells erscheint 1973 und verkauft sich sagenhafte fünf Millionen Mal. Dieser frühe Geniestreich verschafft Branson die finanzielle Möglichkeit seine unternehmerischen Visionen zu verwirklichen. Musiklegenden, wie Phil Collins, die Rolling Stones und Genesis, geben sich bei Virgin Music die Klinke in die Hand. Doch das Musikbusiness ist Branson nicht genug.

Branson der Tausendsassa

Bis in die Mitte der 1980er Jahre erweitert Branson sein Unternehmen zu einem weltweit vernetzten Konzern. Ob in der Film-, Video- und TV-Produktion, in Reise- und Immobilienagenturen oder in Nachtclubs; unter dem Label Virgin investiert Branson in die verschiedensten Branchen. Nach 1985 gründet er weitere erfolgreiche Unternehmenszweige, unter anderem den Radiosender "Virgin Radio", die Fluggesellschaft "Virgin Airways und "Virgin Fuels", eine Forschungseinrichtung, die an der Entwicklung innovativer Treibstoffe arbeitet. Er selbst beschreibt seine enorme Vielseitigkeit mit den Worten: "Ich hatte viel Spaß damit viele verschiedene Industrien durcheinander zu bringen und sicherzustellen, dass diese Industrien nicht mehr dieselben sind, weil Virgin kam und sich austobte."

Im Jahr 1998 ist Richard Branson Mitglied im wirtschaftlichen Beraterstab Tony Blairs und wird dafür ein Jahr später von Queen Elizabeth II. zum Ritter geschlagen. Fortan darf er den Titel "Sir" in seinem Namen tragen.

Branson der Visionär

Im Dezember 2009 stellt Sir Richard Branson der Öffentlichkeit sein bislang ehrgeizigstes Projekt vor: Das SpaceShip Two, ein Raumflugzeugtyp mit dem ab 2015 suborbitale Raumflüge geplant sind. Längerfristig sollen mit dem SpaceShip Two Weltalltouren für private Raumtouristen realisiert werden. Das Projekt erleidet allerdings im Jahr 2014 einen schweren Rückschlag: Am 31. Oktober stürzt die VSS Enterprise aus der Klasse SpaceShip Two während eines Testflugs ab und zerschellt in der Mojave-Wüste. Der Pilot überlebt wie durch ein Wunder schwerverletzt, sein Co-Pilot stirbt bei dem Unglück. Bislang wurden mit dem Schwesterschiff VSS Voyager keine weiteren Testflüge durchgeführt.

Branson der Abenteurer

Obwohl das Forbes-Institut Richard Bransons Vermögen auf 5,1 Milliarden US-Dollar beziffert, scheint ihm die Welt des Geldes nicht genug Nervenkitzel zu bereiten. "Höher, schneller, weiter" lautet Bransons Motto. Bereits 1986 stellt er mit der "Virgin Atlantic Challenger II" den Geschwindigkeitsrekord für die Atlantiküberquerung per Schiff auf. Die gleiche Strecke bewältigt er nur ein Jahr später mit dem "Virgin Atlantic Flyer" als erster Mensch in einem Heißluftballon. Ebenfalls mit einem Heißluftballon, dem "Virgin Pacific Flyer", überquert er 1991 als erster Ballonfahrer den Pazifik. Nur bei dem Versuch den Ärmelkanal per Kite-Surfen am schnellsten zu überqueren, muss er sich 2012 geschlagen geben. Allerdings bleibt der Sieg in der Familie: Sein Sohn Sam Branson sichert sich den Rekord mit knappem Vorsprung.

Schließen wir diesen kurzen Einblick in Sir Richard Bransons bewegtes Leben mit einem Zitat, das beweist: Auch ein Mann mit unvorstellbar viel Geld und Erfolg kann noch über menschlichen Realismus verfügen.

Riesige Yachten, Privatflugzeuge und große Limousinen erfüllen einen nicht mit mehr Lebensfreude, aber sie senden ein sehr schlechtes Signal an die Menschen, die für einen arbeiten. Es wäre so viel besser, das Geld in Afrika auszugeben – es hat alles mit der richtigen Balance zu tun. [Sir Richard Branson]

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