12/15 - Jay Z


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12/15 - Jay Z
"I´m not a businessman. I´m a business, man!" [Jay Z]

Chromglänzende Luxuslimousinen, heiße Frauen in knappen Outfits, schwere Goldketten und die Pumpgun unterm Kopfkissen. Die Welt der schwarzen Gangsta-Rapper wimmelt von Statussymbolen und Machoklischees. Immer mit Vollgas auf Konfrontationskurs pöbeln sie verbal gegen Bitches, Mothafucka und die weiße Oberschicht. Durchgeknallte Kokser, immer mit einem Bein im Knast und mit dem anderen auf der Flucht nach vorn. Ist das alles? Nur viel Bling-Bling und heiße Luft? Oder ist es Kalkül, ein strategischer Schachzug, um letztendlich das amerikanische Musikbusiness von innen heraus zu übernehmen? Die Musik scheint zur Nebensache degradiert, nur ein Hintergrundgeräusch, vor dem sich die schillernde Fassade besser zur Schau stellen lässt. Kann ein Weißer das überhaupt nachvollziehen? Diese farbige Underdog-Attitüde mit dem Hang das Establishment zu schocken, lässt viele in der Tat ratlos zurück. Was wollen "die" eigentlich? Einer der bekanntesten und erfolgreichsten Vertreter seiner Branche ist zweifellos Jay Z. Sein Lebensweg soll hier als Versuch einer Annäherung exemplarisch geschildert werden. Eine Hommage? Noch nicht. Erst schauen wir, was hinter dem ganzen Bling-Bling von dem wirklichen Menschen Jay Z zu finden ist.

Der schwere Start

Am 4. Dezember 1969 wird Shawn Corey Carter in New York geboren. Seine Familie lebt in einem sozialen Wohnprojekt mitten in Brooklyn. Dort, im sogenannten Mary House und den umliegenden Blocks, ist das Klima rau. In Deutschland würde so ein Viertel wahrscheinlich als "Problemkiez" bezeichnet werden, aber "Ghetto" trifft es eher. Shawn wächst mit den Gesetzen der Straße auf. Er muss früh lernen, wie man inmitten von Gangs, Kriminalität, Drogen und Gewalt überlebt. Als er zwölf ist, verlässt der Vater die Familie. Shawns Mutter muss ihn und seine Geschwister fortan alleine durchbringen. Schon zu dieser Zeit entwickelt Shawn erste musikalische Ambitionen: Er trommelt nachts lautstark auf dem Küchentisch und weckt den Rest der Familie damit auf. Mutter Gloria ist not amused. Trotzdem schenkt sie dem wilden Shawn einen Ghettoblaster zum Geburtstag "…um sein musikalisches Talent zu fördern". Hierzulande wäre es wahrscheinlich eine Blockflöte gewesen, aber hier ist auch nicht Brooklyn. Eines Tages klaut sein Bruder ihm Ringe und Ketten. Shawns Statussymbole als angehender Rapper (der sich mittlerweile Jazzy nennt) sind ihm heilig. Ganz im Stil seiner Vorbilder Busta Rhymes und The Notorious B.I.G. löst Jazzy das Problem auf seine Weise: Er schießt seinen Bruder in die Schulter und holt sich sein Eigentum zurück. Über den Ausgang dieser Geschichte hüllt sich die Familie Carter in Schweigen…

Musikalische Gehversuche

Mit seinem Ghettoblaster übt sich Jazzy im Freestyle-Rap, schreibt erste eigene Texte und verfolgt die Karrieren seiner Vorbilder aufmerksam. Sein Ziel ist klar: Er will Rapper werden. Die Schule besucht er unregelmäßig und eigentlich nur, um dort mit Crack und Kokain zu dealen. Schließlich schmeißt er die Schule ohne Abschluss und versucht in der quirligen New Yorker Musikszene Fuß zu fassen. Er bemerkt, dass sein Nickname "Jazzy" schon von diversen anderen Musikern benutzt wird, und beschließt sich in Jay Z umzubenennen. Es sind die späten 80er Jahre und in Brooklyn ist Rap das große Ding. In Abrisshäusern, leeren Fabrikhallen und auf Brachflächen finden Rap-Battles statt. Jay Z ist dabei. Er beherrscht den Battle inzwischen, kann mit seinen improvisierten Punchlines besser dissen als die meisten anderen. Sein Name macht die Runde und Jay Z wird einer, mit dem man in der Szene rechnen muss. Jemand der sich nicht wegduckt und lieber austeilt als einsteckt.

Erste Erfolge

Jay Z hat Talent (wichtig) und Glück (wichtiger). Dieses Glück macht ihn mit Big Daddy Kane bekannt, einem der Großen in der Rapper-Szene des Big Apple. Big Daddy erkennt die Qualitäten des "jungen Wilden": Ehrgeiz, Kreativität und ein "spezielles Etwas", dass Jay Z aus der namenlosen Menge junger Rapper herausstechen lässt. Alles kultiviert auf einem Nährboden aus Wut und dem Ohnmachtsgefühl, das viele junge Schwarze in Brooklyn nur zu gut kennen. Jay Z bekommt die Chance seines Lebens: Er darf auf Big Daddy Kanes Album "Daddy's Home" einige Gastsongs veröffentlichen. Das ist gut, aber noch besser ist die öffentliche Aussage Big Daddy`s, dass er Jay Z jederzeit "…als meine Vertretung auf die Bühne lassen würde!". Ein früher Ritterschlag für den jungen Jay Z.

"I'm not afraid of dying. I'm afraid of not trying!"

Angespornt von diesen ersten Lorbeeren veröffentlicht Jay Z mangels Plattenvertrag sein erstes Album "Reasonable Doubt" in Eigenregie. Sein eigens zu diesem Zweck gegründetes Label trägt den prophetischen Namen "Roc-a-Fella". Reasonable Doubt lässt die Szene anerkennend aufhorchen, ist jedoch ein finanzieller Reinfall. Doch bereits das Nachfolgealbum "My Lifetime, Vol. 1" klettert auf Platz drei der US-Charts. Der Grundstein für seine Karriere und finanzielle Unabhängigkeit ist gelegt!

Underground versus Kommerz

Parallel zum Erfolg seines zweiten Albums wechselt Jay Z das Genre: Schluss mit dem Underground-Rap der Straße, ab jetzt wird im Mainstream-Style gerappt. Seiner wachsenden Fangemeinde gefällt das. Trotz heftiger Kritik aus der Szene setzt Jay Z seinen neu eingeschlagenen Weg unbeirrt fort. Es folgen weitere erfolgreiche Alben und eine Welttournee mit den Rap-Göttern 50 Cent, Sean Paul und Busta Rhymes. Sein nächster großer Wurf ist "The Grey Album" – ein Mix aus seinem eigenen "The Black Album" und dem "White Album" der Beatles. Spätestens mit Veröffentlichung dieses Pop-Bastards ist klar: Es gibt einen neuen Superstar am Rap-Himmel.

Auszeit und Heirat

Im Jahr 2006 kündigt Jay Z seinen Rückzug aus dem aktiven Musikbusiness an. Nach zwei Jahren, in denen er sich seinem Modelabel "Roc-a-Wear" und dem gepflegten Müßiggang widmet, heiratet er die Sängerin Beyoncé Knowles. Eine Vermählung der Giganten, neben der selbst das "Brangelina-Projekt" von Brad Pitt und Angelina Jolie blass wirkt. Die Hochzeit findet im Geheimen statt. Es gelingt der Presse erst Monate später, ein Foto von dem fünf-Millionen-Dollar-Ring Beyoncés zu schießen. 2009 feiert Jay Z mit dem Album "The Blueprint 3" ein ebenso kurzes wie erfolgreiches Comeback.

"Jayoncé" aktuell

Jay Z und Beyoncé sind laut der Forbes-Liste das reichste Musikerpaar aller Zeiten. Ihr gemeinsames Vermögen soll im Juni 2015 die Milliarden-Marke geknackt haben. Laut Regenbogenpresse kriselt es immer wieder heftig zwischen den beiden. Davon lässt das Paar sich bei gemeinsamen öffentlichen Auftritten (oft mit Tochter Ivy-Blue) aber nichts anmerken. Beyoncé ist und bleibt die "Michelle Obama Brooklyns". Und Jay Z? Tja, er ist und bleibt halt Jay Z, Bro…

"I sell ice in the winter, I sell fire in hell, I am a hustler baby, I'll sell water to a well!" [Jay Z in "You don´t know"]

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