T wie Technik

T wie Technik

Den Nippel durch die Lasche ziehen

Der Mann ist ein technikbegabtes Wesen. So sieht er sich in der Regel zumindest selbst, auch wenn er in Wirklichkeit zwei linke Hände hat. Gebrauchsanweisungen und Bedienungsanleitungen sind etwas für Frauen oder Anfänger. Ein echter Kerl weiß auch so, wo die Schaftschraube mit Innensechskant ins neue IKEA-Regal gedreht werden muss. Blöd nur, wenn an der Stelle überhaupt kein Loch ist. Ach was soll‘s, da greift der versierte Heimwerker zu seiner Black&Decker und bohrt schnell selbst eins. Wenn die Entwickler bei IKEA zu blöd sind, muss er es eben richten. Das gleiche gilt beim Anbringen der TV-Wandhalterung, Anschließen der neuen LED-Leuchte oder dem Verlegen von Klick-Laminat. Erst mal machen, wird schon passen. Dann wundern, wenn es irgendwie nicht funktioniert. Dann herzhaft fluchen. Dann, und wirklich erst dann: Nachlesen, wie es richtig gemacht wird.

Wer hat den größten…

…Werkzeugkasten? Zeig mir deinen Werkzeugkasten und ich sag‘ dir, wer du bist. Was sich im Lauf eines durchschnittlichen Männerlebens an Werkzeugen ansammelt, würde einen mittelgroßen Heimwerkermarkt füllen. Wegschmeißen kommt nicht in Frage, alles könnte irgendwann noch von Nutzen sein. Das gilt übrigens auch für jede noch so winzige Spezialschraube oder Unterlegscheibe. Man weiß ja nie. Seit jeher gelten Keller, Werkstatt und Garage als Sammelbecken männlicher Ausrüstungsgegenstände. Frauen träumen von einem begehbaren Kleiderschrank und einem gut gefüllten Schmuckkästchen. Männer hingegen von einem Hobbykeller mit Hobelbank und rollbarem Werkzeugcontainer. Wohl dem, der ein großes Haus besitzt – nichts ist für eine harmonische Beziehung tödlicher als eine Zweiraumwohnung, die vom Mann nebenher als Kfz-Werkstatt genutzt wird. Apropos Kfz:

Ein Fortschritt wird zum Rückschritt

Ach ja, das waren noch Zeiten, in denen man am eigenen Auto noch mehr machen konnte, als Benzin nachzutanken oder den Innenraum zu saugen. Früher waren nach einem arbeitsreichen Tag in der Garage die Hände ölverschmiert und die Brust stolz geschwellt. Heutzutage gleicht der Motorraum eines normalen PKW mehr dem Inneren eines Computers: Module und elektronische Bauteile soweit das Auge reicht. Deswegen heißen Kfz-Mechaniker ja mittlerweile auch Mechatroniker – Messgeräte bedienen statt ehrlicher Schrauber-Arbeit. Was die einen als Fortschritt bezeichnen, erweist sich für jeden begeisterten Hobbymechaniker als Rückschritt. Ohne Fachwerkstatt läuft da gar nichts mehr. Wenn früher bei einem VW-Käfer der Keilriemen gerissen war, konnte man aus der Nylonstrumpfhose seiner Freundin einen Ersatz basteln. Das waren zwei Fliegen mit einer Klappe: Der Käfer lief wieder rund und die Freundin hatte ein Kleidungsstück weniger am Körper. Wenn heute etwas reißt, dann ist es höchstens der Geduldsfaden beim Warten auf den Pannendienst.

Das Problem mit der Schwerkraft

Kommen wir von den eher grobschlächtigen Kfz- und Heimwerker-Techniken zu der filigranen Welt der modernen, elektronischen Hightech-Geräte. Jeder durchschnittliche Mann besitzt Elektro-Technik im Wert von 3.100 Euro. Und ist natürlich davon überzeugt, dass niemand sie so gut bedienen kann, wie er selbst. Erst recht nicht seine technisch völlig unbegabte Frau. Eine Studie des japanischen Kameraherstellers Nikon belegt, dass diese Selbsteinschätzung vor allem eins ist: Eine grandiose SelbstÜBERschätzung. Männer sind der statistische Techniktod in Person. Ein Zitat aus der Studie lautet: „Technische Geräte sind der permanenten Gefahr ausgesetzt, fallen gelassen, in Flüssigkeiten getaucht oder auf andere Weise ramponiert zu werden – insbesondere wenn sie Männern gehören.“ Dabei zählt das simple Fallenlassen von Smartphone, Tablet und Co zu den häufigsten Gründen für einen Geräteschaden. Vielleicht müssen Männer sich selbst öfter davon überzeugen, dass die Erdanziehung noch funktioniert. „Schwerkraft? Hier? Glaub‘ ich nicht. Hoppla, ach du Scheiße…“ Ein kleiner Trost: Frauen lassen ihre Geräte doppelt so häufig in die Toilette fallen wie Männer. In die Toilette…? Da drängen sich Bilder auf, die man so schnell nicht wieder loswird. Doch wo wir gerade so schön am Abschweifen sind, können wir uns zum Schluss auch noch rasch einem spannenden Unterthema der Technik widmen, und zwar den:

Liebestechniken

Umfragen unter Frauen haben ergeben, dass viele Männer auch im Liebesleben der Meinung sind „Gut geschraubt ist halb gewonnen.“ Gleichzeitig belegen die Umfragen: Das ist ein Irrtum. Und zwar ein gewaltiger. Auch beim Liebe machen gilt der alte Handwerkerspruch „Nach fest kommt ab“. Was „ab“ in dem Zusammenhang bedeutet, bleibt der Phantasie des Einzelnen überlassen, sollte aber auf jeden Fall tunlichst vermieden werden. Lieber den Drehmomentschlüssel etwas sanfter einstellen und die Schlagbohrmaschine im Keller lassen. Aber auch hier bestätigt die Ausnahme wie üblich die Regel. Frauen, die selbst zu den etwas kernigeren Handwerkertypen zählen, überprüfen die Belastbarkeit aller Verbindungen normalerweise sehr gründlich. Hier gilt: Ein guter Handwerker sollte nicht über sein schlechtes Werkzeug meckern, sondern lernen damit umzugehen. In diesem Sinne: Frohes Schaffen.

Bildquelle: Pixabay

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Kategorien : Das psychologische Alpha(bet) des Mannes.

Veröffentlicht : 21.07.2017 09:46:14