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Das psychologische Alpha(bet) des Mannes – U wie Urlaub


Kategorien : Das psychologische Alpha(bet) des Mannes.

Das psychologische Alpha(bet) des Mannes – U wie Urlaub

Die Invasoren

Der Mann an sich ist nicht gerne Tourist. Das ist mehr als verständlich, wenn man das typische Verhalten von Touristen mal etwas genauer unter die Lupe nimmt. Sie fallen wie Insektenschwärme über die schönsten Plätze dieser Erde her, verwandeln jeden idyllischen Strand in eine Müllhalde und geschichtsträchtige Altstädte in Partymeilen. Sie stehen in Pulks auf den Bürgersteigen, breiten Stadtpläne aus und versperren allen anderen den Weg. Sie wollen fremde Kulturen erleben, aber dabei soll gefälligst alles so bequem, sauber und ordentlich sein wie zuhause. Um es auf den Punkt zu bringen: Touris nerven. Die Einheimischen sowieso. Aber auch Touristen sind genervt von anderen Touristen. Dabei vergessen sie gerne einmal, dass sie selbst keinen Deut besser sind. Da wundert es nicht, dass der Begriff „Pauschaltourist“ in manchen Urlaubsregionen mittlerweile als Beschimpfung gilt.

Sind wir nicht alle ein bisschen Malle?

Unser 17tes Bundesland heißt bekanntlich Mallorca. Die sonnenverwöhnte Mittelmeerinsel ist das liebste Reiseziel der Deutschen. Rund 4 Millionen Besucher aus der BRD werden hier jährlich mehr oder weniger herzlich empfangen. Viele der Einheimischen sind inzwischen genervt von den deutschen Ballermännern und machen ihrem Ärger mit Graffitis wie „Touris go home“ Luft. Wen wundert’s? Niemand möchte gerne morgens beim Brötchenholen in Erbrochenes und Fäkalien treten oder über Schnapsleichen hinwegsteigen müssen. Am Ballermann arbeitet der deutsche Mann Hand in Hand mit trinkfesten Briten am schlechten Ruf der Touristen auf Mallorca. Darauf einen Sangria aus dem Eimer. Prost.

Familienurlaub

Ab einem gewissen Alter sind die meisten Männer familiär gebunden und gestalten ihren Urlaub dementsprechend. Mit Frau und zwei kleinen Kindern fährt man normalerweise nicht zur Bierverkostung nach Belgien oder geht in Lettland auf Wildschweinjagd. Da heißt es eher einen Strandkorb an der Ostsee sichern, Kinder mit Sonnenschutzmittel einschmieren und Schwimmflügel aufpusten. Das ganze Familienprogramm halt. Urlaub in Deutschland erfreut sich sowieso wachsender Beliebtheit, warum auch nicht? Subtropische Temperaturen gibt’s dank dem Klimawandel auch hierzulande und ein Schnitzel bestellt sich immer noch am besten auf Deutsch. Außerdem wächst die Zahl der Länder, für die eine Reisewarnung gilt, Jahr für Jahr beständig. Zwischen Schwarzwald und Norderney findet garantiert jeder sein Plätzchen für zwei Wochen Familienidyll.

Die jungen Wilden

Zwischen dem letzten Urlaub mit den Eltern und dem ersten mit den eigenen Kindern, bleibt jedem Mann eine kurze Verschnaufpause in der es heißt: Ich mache im Urlaub, was ich will. Die gilt es zu nutzen, will man nicht den Rest seines Lebens den nie gesehenen Orten und nicht erlebten Abenteuern nachtrauern. Sofern man nicht zur Fraktion der ökologischen Bedenkenträger gehört, ist heutzutage jeder Platz auf dieser Welt leicht erreichbar. Ein Überseeflug ist bereits für den Preis einer Bahnfahrt von Hamburg nach München zu haben. Dann doch lieber nach Bangkok als in die bayrische Landeshauptstadt. Oder doch besser ein Himalaya-Trekking auf den Spuren von Hans Harrer? Einmal vor Australiens Küste durchs Great Barrier Reef schnorcheln klingt auch nicht schlecht. Letztendlich bestimmt immer der Inhalt der Reisekasse Ort und Dauer eines Urlaubs. Wobei man für die Kosten eines Kneipenabends in Berlin locker eine Woche auf einer thailändischen Insel überleben kann. Mann muss halt Prioritäten setzen und Geld wird sowieso überschätzt. Meer und Sonne sind fast überall umsonst zu haben. Also nicht lange fackeln, Rucksack packen und los. Jung ist Mann nur einmal.

Digitale Nomaden

Kommen wir zu einer Spezies, die sozusagen frisch aus dem digitalen Ei geschlüpft ist: Die digitalen Nomaden. Dass das World Wide Web alles von A wie Arbeit bis Z wie Zukunftsvisionen verändert hat, weiß jeder. Das gilt natürlich auch für das R wie Reisen. Dank flächendeckendem Internet kann jedes Online-Business von nahezu jedem Punkt auf dieser Erde betrieben werden. Wäre ich jung und ungebunden, würde ich diesen Text nicht in Berlin-Wilmersdorf schreiben, sondern in der Bamboo-Strandbar am Thansadet-Beach. Die Fliegerei hat die Welt klein gemacht, das Internet hebelt alle Entfernungen völlig aus. Unzählige Blogger finanzieren sich ihr Leben auf Reisen, indem sie den Rest der Welt online daran teilhaben lassen. Frei nach dem alten Sprichwort: „Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen.“ Früher einen Job auf Reisen zu finden, der einem das Überleben und die Weiterreise sichert, war Glückssache. Heute packt man sein Notebook ein und nimmt den Job einfach mit. Und wenn man Lust hat, fliegt man einfach mal zwei Wochen in die alte Heimat, um Urlaub vom Reisen zu machen und zu entspannen.

© anatoliy_gleb - Fotolia.com

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