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Das psychologische Alpha(bet) des Mannes – V wie Verkehr


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Das psychologische Alpha(bet) des Mannes – V wie Verkehr

Der Mensch: Schnupfen der Erdgeschichte

Reduziert man das gesamte Erdzeitalter von rund 4,5 Milliarden Jahren auf die Zeitspanne eines 24-Stunden-Tages, taucht der Mensch erst etwa vier Sekunden vor Mitternacht auf. Also um 23:59:56 Uhr. Damit ist unsere gesamte Existenz nicht mehr als ein schneller Wimpernschlag der Zeitgeschichte. Eine Randnotiz, aber eine, die es in sich hat. Für diesen kurzen Moment haben wir sehr viel erreicht, im positiven, aber vor allem im negativen Sinn. Böse Zungen behaupten wir seien ein Virus, der die Erde befallen hat, um sie möglichst schnell und effektiv zu vernichten. Und als wäre ein Virus an sich nicht schon schlimm genug, kam dummerweise noch die Erfindung des Rads hinzu.

Das Ende der Radlosigkeit

Als irgendein findiger Kopf vor rund 5.500 Jahren eine Steinscheibe mit einem Loch in der Mitte auf eine Holzachse montierte, ahnte niemand, wo das alles hinführen sollte. Vor der Erfindung des Rads war der Aktionsradius eines Steinzeit-Mannes in der Regel klein. Er ging von seiner Höhle aus auf die Jagd und schleppte dann die Beute heim. Längere Strecken legte er nur beim Umsiedeln zurück, also wenn die Umgebung leergejagt war, eine neue Eiszeit hereinbrach oder seine Steinzeit-Frau endlich eine Höhle mit Seeblick wollte. Dann wurden alle Habseligkeiten auf den Rücken geschnallt und los ging‘s. Das Rad veränderte alles. Es war die wichtigste Voraussetzung unserer technischen Entwicklung und gleichzeitig Grundlage für das Phänomen, das wir heutzutage „Verkehr“ nennen. Vom Tretroller bis zur Boeing 747: Ohne Räder läuft gar nichts.

Verkehr in der Sackgasse

Laut Wikipedia ist Verkehr „die Bewegung von Personen, Gütern oder Nachrichten in einem definierten System.“ Aha, okay. Beschränken wir uns mal auf die Personen und Güter und lassen die Nachrichten außen vor. Vor der Erfindung des Rads transportierten Personen Güter von A nach B. Zuerst auf dem Rücken, später dann auf einer fortschrittlichen „Stangenschleife“. Heutzutage werden sowohl Personen als auch Güter mithilfe von Rädern transportiert. Auf der Straße, per Schiene oder auf dem Luftweg. Die einzigen Verkehrsmittel, die ohne Räder auskommen, sind Schiffe und Raketen. Beide sind eher unpraktisch, wenn man nur schnell den Wochenendeinkauf bei Aldi machen will. Ein Auto macht sich da wesentlich besser. Genauso sehen das anscheinend auch die rund 1,2 Milliarden Autobesitzer weltweit. Womit wir bei einem der grundlegenden Probleme des Autos wären: Es gibt einfach viel zu viele davon. Sie verstopfen die Städte, verpesten die Atemluft und überfahren grob geschätzt 1,25 Millionen Menschen im Jahr.

Selbst ist das Auto

Aber der Mensch, clever wie er ist, bastelt schon an den Verkehrskonzepten der Zukunft. Sauberer, sicherer und schneller lautet die Devise. Der letzte Schrei sind selbstfahrende Autos. Und damit sind nicht die bereits auf unseren Straßen rollenden Pkw gemeint, bei denen man gelegentlich das Lenkrad loslassen darf. Nein, es geht um Autos ganz ohne Lenkrad. Wie bei allen visionären Zukunftstechnologien hat der „Wir-retten-die-Welt“-Verein Google auch hier die Finger im Spiel. Ich persönlich bin nie gerne Achterbahn gefahren, und zwar aus dem einfachen Grund, weil ich das Ding nicht selbst lenken kann. Wenn die Macher von Google glauben, ich setze mich in ein Auto ohne Lenkrad, lehne mich entspannt zurück und surfe auf meinem Macbook, während mein Auto über die A1 brettert, dann sind sie schief gewickelt. Bin ich etwa Oldschool? Ja, und in dieser Hinsicht sogar ganz entschieden. Wenn ich Auto fahre, will ich lenken, basta. Und noch ein guter Rat an Google: Wenn ihr mal etwas richtig Sinnvolles entwickeln wollt – wie wäre es mit selbstputzenden Wohnungen? Selbstfahrende Autos braucht niemand.

Ein Plädoyer für den ÖPNV?

Kein Text über den Verkehr ohne Erwähnung des ÖPNV. Was übrigens keine Abkürzung für „Örtliche Polizei Nötigt Verkehrsteilnehmer“ ist, sondern in typischem Behördensprech den „Öffentlichen-Personen-Nah-Verkehr“ bezeichnet. Also die Verkehrsmittel, die entweder zu spät kommen, oder gerade mal wieder bestreikt werden. Wenn sie denn doch fahren, sind sie in der Regel voll, aber dafür wenigstens teuer. Trotzdem bin ich ein großer Fan der Berliner U-Bahn. Nirgendwo sonst lassen sich so interessante soziologische Studien am lebenden Objekt durchführen. Hunderte Menschen sind auf engstem Raum eingepfercht, vom pöbelnden Soziopathen bis zur Wilmersdorfer Witwe mit Mops. Dass in so einem U-Bahn-Wagen ALLES passieren kann, liegt auf der Hand. Eine Fahrt vom Wittenbergplatz bis zum Schlesischen Tor dauert knapp 20 Minuten, bietet aber das Unterhaltungspotential einer kleinen Weltreise. Unbedingt empfehlenswert.

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