Kategorien

Das psychologische Alpha(bet) des Mannes – W wie Wechseljahre


Kategorien : Das psychologische Alpha(bet) des Mannes.

Das psychologische Alpha(bet) des Mannes – W wie Wechseljahre

Alles im Wechsel?

Ist es nur grenzenloser Optimismus oder schon bodenlose Naivität, wenn wir Männer glauben, die Natur lasse uns einfach so davonkommen? Merke: Alles, was die Natur hervorbringt, unterliegt auch den Naturgesetzen. Warum also sollten nur Frauen das schwere Los der Wechseljahre tragen und wir Männer völlig unbeschwert einfach nur älter werden? Vielleicht hier und da ein paar Fältchen um die Augen. Dazu noch ein kleiner Bauchansatz, ohne den ein deutscher Mann ohnehin nicht als solcher gilt, und das war’s? Natürlich nicht. Wir Männer interpretieren die Dinge nur anders. Wenn beim Älterwerden etwas nicht so läuft, wie wir es erwarten, sind die Wechseljahre wahrscheinlich das Letzte, was wir dafür verantwortlich machen. Der Begriff ist so tief mit dem weiblichen Geschlecht verknüpft, dass es quasi körperliche Schmerzen bereitet, ihn im Zusammenhang mit dem eigenen Dasein zu betrachten.

Die Frauen machen es vor

Wir wissen: Die mittelalte Frau in den Wechseljahren (dem Klimakterium) neigt zu Wallungen, was Gemüt und Körpertemperatur betrifft. Beides führt zu unerwarteten Ausbrüchen, mal unerklärliche Gereiztheit, mal beeindruckende Schweißattacken. Das eine stresst mehr die Umwelt, das andere mehr die Frau selbst. Da der Mann aber schon seit jeher Verständnisprobleme mit dem weiblichen Geschlecht hat, ist das Ganze für ihn oft nur ein weiterer Punkt auf der langen Liste unerklärlicher Phänomene. Es ist ja auch nicht so, dass Frauen ihr ganzes Leben die friedlichsten Geschöpfe auf Gottes weiter Flur wären und urplötzlich mit etwa 50 anfangen seltsame Charaktereigenschaften zu entwickeln. Wer jemals mit einer Frau zusammengelebt hat, weiß zum einen was die Abkürzung PMS bedeutet und zum anderen, welches Chaos diese prämenstruellen Zustände im täglichen Miteinander verursachen können. Eine Kiste Nitroglyzerin ist dagegen direkt pflegeleicht. Aber zurück zu uns Männern.

Der medizinische Aspekt

Die Erforschung der männlichen Wechseljahre steckt noch in den Kinderschuhen. Eins ist klar: Das männliche Hormon Testosteron spielt eine wesentliche Rolle dabei. Oder, um genau zu sein, die verminderte Produktion dieses Sexualhormons. Mit Anfang 20 produziert der männliche Körper es noch in großen Mengen. Doch bereits ab Mitte 20 wird die Produktion mit steigendem Alter langsam aber stetig heruntergefahren. Ärzte beziffern den Produktionsrückgang mit etwa einem Prozent pro Lebensjahr. Demnach fällt der Testosteronspiegel bei einem 60-jährigen auf etwa 40 bis 50 Prozent des ursprünglichen Wertes. Mediziner bezeichnen diesen Zustand als die Andropause des Mannes. Die körperlichen Folgen sind vielfältig, fallen individuell sehr verschieden aus und sind durch die Bank unangenehm. Hier ein Auszug aus der Liste möglicher Symptome:

  • Schlaflosigkeit
  • Müdigkeit
  • Antriebslosigkeit
  • Libidoverlust
  • Potenzstörungen
  • Gewichtszunahme
  • Haarausfall
  • Depressionen
  • Nervosität
  • Nachtschweiß
  • Hitzewallungen

Alles Dinge und Zustände, die kein Mann haben oder erleben möchte. Es ist Gott sei Dank sehr unwahrscheinlich, dass alle Symptome gleichzeitig auftreten, aber selbst zwei oder drei der Punkte können einen schon fertigmachen. Dagegen tun kann ein Mann nicht viel. Selbst die Einnahme von Testosteronpräparaten hilft nicht wirklich und kann laut Ärzten mehr Schaden als Nutzen verursachen. Zum Glück bringt das Alter in aller Regel auch ein gewisses Maß an Gelassenheit mit sich. Das macht es Männern leichter, sich mit den Gegebenheiten zu arrangieren. Hoffentlich. Speziell beim gefürchteten Verlust von Potenz oder Libido ist es völlig kontraproduktiv, sich selbst unter Leistungsdruck zu setzen. Zum Glück ist der Mensch ein phantasiebegabtes Wesen – wenn nicht mehr alles so geht oder steht wie einst, findet der kreative Man garantiert befriedigende Alternativen.

Die psychische Komponente

Nicht selten gehen die körperlichen Veränderungen mit einem geistigen Wandel einher. Das bisher im Leben Erreichte wird kritisch unter die Lupe genommen und mit den Zielen und Plänen von früher abgeglichen. Wer als junger Mann noch von einem Leben als erfolgreicher Manager geträumt hat und sich mit Anfang 50 als Fliesenleger wiederfindet, kann da schon ins Grübeln kommen. „Soll das etwa alles gewesen sein?“ ist wohl eine der am häufigsten gestellten Fragen in diesem Lebensabschnitt. Wer bei der Antwort darauf zu einem ernüchternden Ergebnis kommt, kann daraus die Motivation ziehen, etwas zu ändern. Es ist nie zu spät sich neue Ziele zu setzen, die Reisen zu unternehmen, die man nie gemacht hat, endlich mehr Sport zu treiben oder in der eingeschlafenen Partnerschaft neue Impulse zu setzen. In diesem Zusammenhang kann der Begriff „Wechsel“ in Wechseljahre durchaus positiv gesehen werden. Veränderungen bringen immer neue Möglichkeiten mit sich und ist unser Kopf nicht vielleicht rund, damit das Denken besser die Richtung wechseln kann?

Copyright © Andy Nowack - Fotolia.com

Empfohlene Produkte

Sie müssen sich registrieren

Zum Registrieren, hier klicken

Kommentar hinzufügen