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Das psychologische Alpha(bet) des Mannes – X wie Xanthippe


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Das psychologische Alpha(bet) des Mannes – X wie Xanthippe

Wie einst die ollen Griechen

Sokrates war nicht nur ein äußerst kluger Mann, er war auch ein sehr geduldiger Zeitgenosse. Ob der griechische Philosoph allerdings mit der Tugend der Geduld geboren wurde, wissen wir nicht. Ebenso möglich wäre, dass er sie erst durch das Zusammenleben mit seiner streitlustigen Frau Xanthippe erlernt hat. Erlernen musste, um genau zu sein, um einem Burnout zu entgehen. Das wäre zumindest eine Erklärung dafür, dass ihm trotz Xanthippes ständiger Nörgelei und Zankeslust nicht der Kragen platzte. Selbst wenn sie im Zorn eine Schale mit Suppe zu Boden warf, fand er noch diplomatische Worte: „Wie schade, jetzt hast du auch nichts mehr davon.“ Und als sie ihm aus dem Fenster einen Eimer Spülwasser aufs kahle Haupt schüttete, bemerkte er nur lakonisch: „Seht ihr, wenn meine Frau donnert, spendet sie auch Regen.“ Böse Zungen behaupten, der Schierlingsbecher wäre ihm ganz recht gekommen, nur um endlich Ruhe vor seinem zänkischen Weib zu haben.

Xanthippe heute

Machen wir eine schnelle Reise durch Raum und Zeit und rauschen aus dem antiken Griechenland direkt in unser Hier und Jetzt. Der Name Sokrates ist noch immer ein Begriff, seine Schriften sind fester Bestandteil des Studienfachs Philosophie. Aber auch Xanthippe hat die zeitliche Kluft von knapp 2.500 Jahren überdauert. Ihr Name ist mittlerweile zum Synonym für die zänkische Frau an sich geworden, so wie Tempo für Papiertaschentücher und Tesafilm für Klebestreifen steht. Wer, wie einst Sokrates, das Pech hat mit einer Xanthippe liiert zu sein, sollte sich warm anziehen. Oder ausziehen. Also nicht sich ausziehen, sondern aus der gemeinsamen Wohnung, falls es die denn gibt. Vielleicht hat aber auch schon im Vorfeld die Vernunft gesiegt und eine gemeinsame Wohnung stand nie zur Debatte.

Streitkultur

Grundsätzlich für jeden Streit mit einer Frau gilt: Streite nie mit einer Frau, die gereizt, depressiv, emotional, launenhaft, nervös, empfindsam, unglücklich, müde oder hungrig ist. Oder atmet. Ein Streit unter Männern verläuft nach gewissen Regeln, die normalerweise allen Beteiligten bekannt sind. Da wird geflucht, beschimpft, geschubst und im Ernstfall auch mal gerungen oder geschlagen. Im Streit mit einer Frau gelten keine Regeln, oder wenn doch, dann ihre. Und die werden dem Mann natürlich nicht gesagt. Frau ist ja nicht blöd und gibt einen Vorteil aus der Hand. Besonders gefährdet im Streit aufgerieben zu werden sind Männer, die es ihren Frauen immerzu recht machen wollen. Zum einen geht das nicht, zum anderen wollen Frauen das normalerweise auch gar nicht. Nicht falsch verstehen: Frauen wissen es sehr zu schätzen, wenn der Mann ihnen alle Wünsche von den Augen abliest. Wer aber dabei den Fehler begeht, duckmäuserisch zu sein, wird schnell vom geliebten Mann zum praktischen Sklaven.

Der Sokrates in dir

Ohne alle Frauen über einen Kamm scheren zu wollen, gibt es doch gewisse Grundmuster, die sich durch das typisch weibliche Verhalten im Streit ziehen. Wie immer bestätigt natürlich auch hier die Ausnahme die Regel. Wenn deine Frau während eines Streits „Wie bitte?“ sagt, heißt das nicht, dass sie dich nicht verstanden hat. Sie gibt dir damit lediglich die Chance, deine gerade gemachte Aussage zurückzuziehen. Wenn das möglich ist, ohne dabei einen Zacken aus der Krone zu verlieren oder sich lächerlich zu machen: Ergreif die Chance. Wer weiß, ob deine Frau dir eine zweite gibt. Manchmal sollten wir Männer alle ein bisschen mehr Sokrates sein. Seine Gelassenheit im Streit mit Xanthippe hat wahrscheinlich des Öfteren Mord- und Totschlag verhindert. Wenn ihr im Grunde eures Herzens wisst, dass ihr bei einem Streit im Unrecht seid, und nur weiterstreitet, um das Gesicht nicht zu verlieren, gilt: Vergesst es und entschuldigt euch. Ein momentaner Gesichtsverlust ist leichter zu ertragen als eine tagelang schmollende Frau. Glaubt mir einfach, ich spreche da aus Erfahrung.

Flucht nach vorn

Falls ihr aber hundertprozentig im Recht seid, dürfen die Fetzen ruhig fliegen, ohne dass ihr einen Rückzieher macht. Jeder Mann will sich ja morgens beim Rasieren noch in die Augen schauen können. Gerät ein Streit völlig aus dem Ruder, weil beide Seiten Recht oder Unrecht haben, hilft die letzte männliche Option: Schuhe an, Jacke an, Geldbörse und Handy nicht vergessen und raus aus der Wohnung. Eine Runde um den Block zu drehen hilft beiden Seiten dabei etwas runterzukommen. Allerdings wäre es in einem solchen Moment ein grandioser Fehler, in der nächsten Kneipe einzukehren und erst im Morgengrauen besoffen nach Hause zu kommen. Glaubt mir auch das einfach. Jaja, die Erfahrungen…

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