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Geschäftsidee - Der Cyborg-Macher aus Berlin


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Geschäftsidee - Der Cyborg-Macher aus Berlin

Zugegeben, die Überschrift klingt etwas reißerisch, ist aber gar nicht sooo weit von der Realität entfernt. Dass unser modernes Leben in vielen Punkten bereits jetzt einem Science Fiction-Film ähnelt ist unbestritten. Wenn Captain Kirk von der Enterprise Mitte der 1980er Jahre Kontakt mit Spock oder Pille aufnahm, benutzte er dafür ein handliches Gerät, das erstaunliche Ähnlichkeit mit einem Smartphone besaß. Nur, dass der Captain mit seinem besseren Walkie-Talkie nicht Angry Birds spielen, im Netz surfen oder die Waschmaschine bedienen konnte. Wir können das heutzutage und finden es völlig normal. Science Fiction, oder?

Wahrscheinlich werden wir es in einigen Jahren, oder Jahrzehnten, ebenso normal finden, dass menschliche Organe im 3-D-Drucker entstehen. Ihre Leber ist hinüber? Kein Problem, wir drucken ihnen eine neue. Der Mensch als gottgleicher Schöpfer seiner selbst – Segen oder Fluch? Mit diesem ethischen Dilemma beschäftigt sich der Biowissenschaftler Lutz Kloke nicht. Er ist der Mann fürs Praktische und forscht in den Laboren seines Berliner Start-ups Cellbrick an Zukunftstechniken. Kloke entwickelt 3-D-Drucker, die in der Lage sind aus menschlichen Zellen Organe zu drucken. „Bioprinting“ nennt sich diese zukunftsweisende Technologie. Ein Begriff der Visionen von dunklen Kellergewölben und Machenschaften à la Dr. Frankenstein weckt. Und dass dieser mit der Erschaffung von künstlichem Leben schlechte Erfahrungen gemacht hat, ist bekannt.

Aber im Gegensatz zu Frankensteins Werkstatt herrscht in Lutz Klokes Labor klinisch weiße Sterilität und kein zusammengestückeltes Monster liegt auf dem Tisch. Stattdessen wachsen derzeit unter antiseptischen Bedingungen eine menschliche Leber und eine Plazenta heran, pardon: werden gedruckt. Möglich macht das eine von Cellbrick entwickelte CAD-Datei, die dem Drucker als Bauplan für das physische Modell des Organs dient. Der Weg zum Cyborg ist also noch weit, aber die Richtung stimmt schon mal. Bis Klokes Drucker transplantierbare Organe als menschliche Ersatzteile produzieren können, wird es noch dauern. Aber bereits jetzt besteht die Möglichkeit an diesen Organen in der Petrischale Medikamententests vorzunehmen. Eine medizinische Revolution, die in absehbarer Zukunft Tier- und Menschenversuche überflüssig machen wird.

Da wundert es nicht, dass Cellbrick bereits 2016 einen hochdotierten Gründerpreis erhalten hat. Wichtiger ist für Lutz Kloke allerdings, dass er einige namhafte Institute und Unternehmen als Pilot-Kunden gewinnen konnte. Innerhalb dieser Kooperationen sollen neue Nutzungsideen entworfen und individuelle Entwicklungsprojekte verfolgt werden. Wahrscheinlich würde der Android Spock das Projekt „Faszinierend“ finden.

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