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Lässt sich schwacher Bartwuchs stärken?


Kategorien : Nassrasur

Lässt sich schwacher Bartwuchs stärken?

Der Bart als Lifestyle

Bärte liegen derzeit voll im Trend. Um das zu erkennen, reicht ein Blick in aktuelle Lifestyle-Magazine oder die TV-Werbung: Bartträger soweit das Auge reicht. Rund zwei Drittel der deutschen Männer rasieren sich nicht mehr täglich. Am beliebtesten sind laut Umfragen sogenannte Hipster-Vollbärte und der klassische Drei-Tage-Bart. Ein gepflegter Bart wirkt männlich und verleiht seinem Träger eine individuell markante Ausstrahlung. Auch eine große Anziehungskraft auf das weibliche Geschlecht wird der männlichen Gesichtsbehaarung nachgesagt. Alles gute Gründe sich unter die Bartträger zu begeben und es „einfach mal wachsen zu lassen“. Was aber, wenn der eigene Bartwuchs bei dieser Entscheidung nicht mithalten kann? Schwacher oder lückenhafter Bartwuchs kann viele Ursachen haben und ebenso viele Produkte und Hausmittelchen versprechen Abhilfe. Doch was wirkt tatsächlich? Gehen wir das viel diskutierte Thema einmal kritisch und mit der gebotenen Objektivität an.

Bart und Pubertät

Der männliche Bartwuchs setzt normalerweise in der Pubertät ein. Irgendwann im Alter zwischen vierzehn und achtzehn Jahren sprießt bei den meisten Teens der erste Flaum. Mal mehr, mal weniger dicht. Wie stark dieser erste Bartwuchs ausfällt ist individuell genauso verschieden, wie die Dichte des Kopfhaars. Bei dunkelhaarigen Typen fallen die Barthaare natürlich mehr ins Auge, während bei blonden oder rötlichen Typen der feine Flaum kaum auffällt. Biologisch betrachtet gehören die Barthaare zu den sekundären Geschlechtsmerkmalen und kennzeichnen den Übergang vom Jungen zum Mann. Für viele Jugendliche, die ohnehin mit einem verrücktspielenden Hormonhaushalt zu kämpfen haben, bringt diese Phase eine grundlegende Verunsicherung mit sich. Fehlender oder spärlicher Bartwuchs kann diese Verunsicherung noch verstärken und wird fälschlicherweise als unmännlich empfunden. Hier hilft nur eins: Geduld. Klingt in den Ohren betroffener junger Männer sicherlich ätzend und altklug, ist aber die Wahrheit. Bei vielen jungen Männern ist die Pubertät, rein körperlich betrachtet, erst mit Anfang Zwanzig endgültig abgeschlossen. Bis zu diesem Zeitpunkt hat sich dann auch der Bartwuchs in der Regel auf sein „normales“ Maß eingependelt. Und nicht vergessen, ist der Bart erstmal da, darf die Bartpflege nicht vernachlässigt werden!

Mythos: Oft rasieren stärkt den Bartwuchs

Kaum ein anderes Gerücht, das sich um den Bartwuchs rankt, ist derart hartnäckig. Dabei ist diese gern zitierte Bart-Weisheit längst wissenschaftlich widerlegt. Wahr ist: Werden längere Barthaare abrasiert, fühlen sich die nachwachsenden Haare kräftiger und stoppeliger an. Die Betonung liegt hier auf „fühlen“, denn objektiv betrachtet ist das neue Haar nicht kräftiger als das abrasierte. Bei der Rasur wird das Barthaar an der Basis, also an seiner dicksten Stelle, abgeschnitten. Logischerweise fühlt sich der stehengebliebene Teil dann borstiger an. Das Wachstum des Haares wird in der Haarwurzel gesteuert und diese zeigt sich von dem äußerlichen Geschehen der Rasur gänzlich unbeeindruckt. Vielleicht wurde dieser Mythos durch Hobbygärtner befeuert: Beim Rasen ist es tatsächlich wahr, dass häufiges Mähen die Graswurzeln stärkt. Beim Bart leider nicht.

Wundermittel Testosteron?

Während der männlichen Pubertät beginnen die Hoden das Sexualhormon Testosteron in großen Mengen zu produzieren. Testosteron ist verantwortlich für die Ausbildung des männlichen Phänotyps: Die Geschlechtsteile beginnen zu wachsen, Brust und Schultern werden breiter, die Stimme wird tiefer und die Behaarung (Scham-, Brust-, Achsel- und Barthaare) nimmt zu. Darüber hinaus steigert Testosteron den Antrieb, das sexuelle Verlangen (Libido) und die Aggressivität. Da es direkt für den Bartwuchs mitverantwortlich ist, wird Testosteron oft als Wundermittel gegen schwachen Bartwuchs angepriesen. Doch wie bei jedem Medikament gilt auch hier: Viel hilft nicht unbedingt viel. Bei den meisten Männern ist der Testosteronspiegel ihrem Alter entsprechend normal hoch. Ein Zuviel von dem Hormon kann unangenehme Nebenwirkungen haben. Daher ist vor jeder Einnahme von Testosteronhaltigen Präparaten unbedingt ein Arzt aufzusuchen. Stellt dieser einen Mangel an dem Hormon fest, kann eine Testosteron-Kur durchaus helfen, spärlichen Bartwuchs anzuregen. In allen anderen Fällen ist die klare Empfehlung: Finger weg von Hormonpräparaten. Wer seinen Testosteron-Spiegel ohne künstliche Hormone steigern möchte, findet eine Reihe von Nahrungsergänzungsmitteln auf dem Markt. Aber auch bei diesen sogenannten Testosteron-Boostern heißt es: Mit Vorsicht und nur unter ärztlicher Kontrolle verwenden.

Minoxidil gegen erblichen Haarausfall

Der Arzneistoff Minoxidil ist in vielen Präparaten enthalten, die gegen den erblich bedingten Haarausfall helfen sollen. Zahlreiche Shampoos, Haarwasser und Tinkturen versprechen schnelle Hilfe bei der sogenannten androgenetischen Alopezie. Findige Verkäufer habe sich gedacht: Haar ist doch gleich Haar, und was auf dem Kopf wirkt, muss doch auch im Gesicht funktionieren. Clevere Idee, aber: Ist die Wirkung schon bei Kopfhaaren umstritten, ist sie bei Barthaaren gänzlich unbelegt. Im Netz kursieren zahlreiche „Vorher-Nachher“-Videos, die das angebliche Potenzial von Minoxidil-Präparaten zur Bartwuchsmittel beweisen sollen. Eine gesunde Skepsis erspart einem hier mit Sicherheit teuer bezahlte Enttäuschungen. Allerdings ist auch klar, dass Vitamine und Nährstoffe dem Bartwuchs eher gut, als schlecht tun.

Vitaminspritze für den Bart

Unumstritten ist: Eine ausreichende Versorgung des Körpers mit Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen ist immer wichtig und trägt nebenher auch zu einem guten Haar- und Bartwuchs bei. Fraglich ist aber, ob es dafür spezielle und teure Präparate braucht, oder ob das Geld nicht besser in hochwertige und gesunde Ernährung investiert werden sollte. Alles, was auf der Zutatenliste von sogenannten „Beard-Boostern“ zu finden ist, gibt es weitaus preiswerter und schmackhafter in gesundem Essen. Insbesondere drei in vielen Bartwuchs-Präparaten enthaltene Mikronährstoffe gelten als besonders förderlich für das gesunde Wachstum der Barthaare:

  • Biotin: Das als B7- oder H-Vitamin bekannte Biotin wird umgangssprachlich oft als „Haar-Vitamin“ bezeichnet und ist in vielen Haarshampoos oder -pflegeprodukten enthalten. Bei normaler Ernährung ist ein Biotin-Mangel äußerst unwahrscheinlich. Folgende Lebensmittel enthalten viel Biotin: Trockenhefe, Rinderleber, Eigelb, Soja, Haferflocken, ungeschälter Reis, Fisch und Walnüsse.
  • L-Cystein: Diese α-Aminosäure ist bei vielen körperlichen Vorgängen von großer Bedeutung und hat unter anderem den Effekt Haare geschmeidiger und voluminöser zu machen. Unter der Zulassungsnummer E 920 wird es als Lebensmittelzusatz verwendet. Folgende Lebensmittel enthalten viel L-Cystein: Lachs, Hühnerei, Sonnenblumenkerne, Weizen-Vollkornmehl, ungeschälter Reis und Sojabohnen.
  • Silicium: Dieses klassische Halbmetall wird umgangssprachlich als Silizium bezeichnet und ist für den Menschen sehr wichtig. Pro Kilogramm Masse enthält der menschliche Körper rund 20 Milligramm Silizium. Es schützt vor Haarausfall und ist für gesunde Haut und Fingernägel von Bedeutung. Da es in Lebensmitteln nicht enthalten ist, kann es dem Körper bei Bedarf durch Präparate wie etwa Kieselerde zugeführt werden.

Was sagt uns das alles?

Bei der Mehrzahl der beworbenen Präparate für besseren Bartwuchs ist die Wirkung wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. Daher sollte man in Werbeversprechungen nicht allzu viele Erwartungen setzen, sondern versuchen, aus dem zur Verfügung stehenden Material das Beste zu machen. Das bedeutet: Auch mit schwachem Bartwuchs muss man nicht immer glattrasiert bleiben. Es gilt, die optimale Bartform zu finden und diese möglichst vorteilhaft zu präsentieren. Zu der Frage „Welcher Bart passt zu mir (und meinem Bartwuchs)?“ wird es einen eigenen Blogbeitrag geben. In diesem Sinne: Auf bald!

Bildquelle: wake up 2 | Urheber: YariK - fotolia.com

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