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Geschäftsidee - Strom macht Schule


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Geschäftsidee - Strom macht Schule

„Bildung ist die mächtigste Waffe, um die Welt zu verändern.“ Dieses Zitat von Nelson Mandela birgt viel Weisheit, offenbart aber zugleich ein großes Dilemma der südafrikanischen Gesellschaft. Der Besuch einer normalen staatlichen Schule kostet in Südafrika rund 500 Euro pro Quartal. Private Einrichtungen verlangen astronomische Beträge von bis zu 10.000 Euro. Die wenigen gebührenfreien Schulen liegen weit verstreut in den ländlichen Gebieten und sind oft nur schwer erreichbar. Insbesondere Kinder aus ärmeren Familien legen tagtäglich weite Fußmärsche auf ihrem Schulweg zurück und kehren erst in der Abenddämmerung heim. Oft ist es dann bereits zu dunkel, um Hausaufgaben zu machen oder zu lernen. Elektrisches Licht ist ein seltener Luxus in den einfachen Behausungen. Diesen extrem schlechten Bedingungen für eine bessere Bildung hat eine junge Südafrikanerin den Kampf angesagt.

Thato Kgatlhanye ist erst 18 Jahre alt, als sie 2012 eine bahnbrechende Idee hat. Sie kennt die Probleme der Schüler und zugleich ist ihr die Umweltproblematik der stetig wachsenden Müllhalden in ihrem Land bekannt. Warum, so denkt sie sich, sollten nicht beide Probleme gleichzeitig bekämpft werden? Sie beginnt aus gebrauchten Plastiktüten Schulranzen herzustellen. Die Tüten werden gesammelt, gereinigt, zurechtgeschnitten und vernäht. Diese neue Methode Müll zu recyceln und einer sinnvollen Verwendung zuzuführen ist ein Schritt in die richtige Richtung, geht Thato aber noch nicht weit genug. Es bleibt das Problem des fehlenden Lichts am Abend. Dann kommt ihr im wahrsten Sinne des Wortes eine Erleuchtung: Sie verbindet den Verschluss der Schultaschen mit einem Solarpaneel, das die Sonnenenergie speichert und am Abend als Energiequelle für eine kleine Lampe dient. Auf ihren langen Schulwegen tanken die Kinder so genug Energie mit ihrem Ranzen, um am Abend noch Licht zum Lernen zu haben. Thato gründet ein Startup und gibt ihrem selbstentwickelten Produkt den treffenden Namen „Repurposed Schoolbags“.

Die Idee ist in ihrer Einfachheit genial und spricht sich schnell in der Startup-Szene herum. Schließlich bekommt sogar Bill Gates Wind von der Sache. Er twittert über das Projekt und erwähnt es in seinem Nelson-Mandela-Memorial-Vortrag. Kurz darauf kommt es zu einem ersten Treffen zwischen dem Microsoft-Giganten und der jungen Thato Kgatlhanye. Ein Ritterschlag für das Startup der jungen Südafrikanerin. Mittlerweile besitzen dank eines einfachen Geschäftsmodells bereits über 10.000 Kinder eine „Repurposed Schoolbag“. Die Taschen werden für 20 Euro an Sponsoren verkauft, die sie wiederum an die Schüler besonders bedürftiger Schulen verteilen. Welche Schulen das sind, entscheidet Thato gemeinsam mit ihrem Team. Eine echte Win-Win Situation, von der die Schüler, Thatos Startup, die Sponsoren und die Umwelt profitieren. Oder in Schulnoten ausgedrückt: Eine 1+ mit Sternchen.

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