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Woher kommt der Osterhase?


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Woher kommt der Osterhase?

Mysteriöser Meister Lampe

Hasen? Warum eigentlich ausgerechnet Hasen? Kaum sind die letzten Schokoladen-Weihnachtsmänner aus den Supermarktregalen verschwunden, machen sich dort auch schon die langohrigen Ostervertreter breit. Das Gerücht, die Schoko-Osterhasen würden aus eingeschmolzenen Weihnachtsmännern hergestellt, hält sich hartnäckig, ist aber weder zu beweisen noch zu widerlegen. Bei einer Blindverkostung wären die verschiedenen Schokoladenhohlkörper (so der Fachbegriff) wohl nur schwer voneinander zu unterscheiden. Aber das tut hier eigentlich auch nichts zur Sache. Uns interessiert mehr die Frage nach der Auswahl des Hasen als Symboltier für Ostern. Wer steckt dahinter?

Dass Coca-Cola dem Weihnachtsmann in den 1930er Jahren seinen Rauschebart und das rot-weiße Outfit verpasst hat, ist ebenfalls ein Gerücht, aber es sprechen viele Indizien dafür. Doch wer hat den Osterhasen verbrochen? Fest steht: Der Hase ist ein Säugetier und legt als solches keine Eier. Doch sucht man hier nach einer logischen Spur, würde diese zwangsläufig zum Huhn führen. Das legt bekanntlich die Eier, für deren Verteilung dann der Hase zuständig ist. Doch ein Huhn in der Osterwerbung? Fehlanzeige. Osterhuhn klingt auch schon komisch. Begeben wir uns also auf eine Spurensuche nach dem Ursprung des Osterhasen. Dazu sollten wir uns kurz noch einmal die religiöse Bedeutung von Ostern vor Augen halten. Doch, die gibt es wirklich, auch wenn sie den meisten nicht geläufig ist. Also eine kleine Auffrischung:

Der religiöse Hintergrund

Das Osterfest beginnt mit „Gründonnerstag“, dem Gedenktag an das letzte Abendmahl von Jesus mit seinen Jüngern. Am darauf folgenden „Karfreitag“ soll Jesus gekreuzigt worden sein. Ab „Ostersonntag“ ist dann Schluss mit der Trauer: an diesem Tag sei das leere Grab von Jesus entdeckt worden. Der Bibel nach ist der wiederauferstandene Sohn Gottes dann am „Ostermontag“ von zwei Jüngern gesehen worden. Soweit die biblische Überlieferung. Der Name „Ostern“ könnte auf die heidnische Altgermanen-Göttin Ostara zurückgehen: ihr wurden die Symbole Hase und Ei zugeordnet. Allerdings stammt diese Theorie von einem der Gebrüder Grimm und könnte somit auch dem Märchenreich entsprungen sein. Natürlich gibt es, wie für jede Legende, auch für die Herkunft des Osterhasen eine ganze Reihe von Erklärungsmodellen. Hier nur die populärsten Theorien kurz zusammengefasst:

Die städtische Theorie

Nach einem langen Winter wird auf dem Land im Frühjahr das Futter für die Langohren knapp. Dabei brauchen sie gerade jetzt mehr Nahrung, um den frischen Nachwuchs durchzubringen. Auf der Suche nach Essbarem zieht es die Haseneltern daher zur Osterzeit vermehrt in die Gärten und Parks im städtischen Bereich.

Die protestantische Theorie

Im Lauf der Fastenzeit häufte sich oft ein großer Eiervorrat an, der möglichst rasch verbraucht werden musste. Für Kinder, die den Brauch der Fastenzeit noch nicht verstehen, haben sich findige Eltern einst den Osterhasen ausgedacht. Seine (versteckten) Eier-Mitbringsel ersparten ihnen langwierige Erklärungen, warum der Eierkonsum nach der Fastenzeit so drastisch in die Höhe schnellt.

Die germanische Theorie

Der vermehrungsfreudige Hase galt in der Antike als treuer Begleiter der germanischen Erdgöttin Holda und der Liebesgöttin Aphrodite. Er stellte sozusagen einen direkten Draht in den Himmel dar und war damit das perfekte Symbol für Jesus Auferstehung zu Ostern und seine 40 Tage später stattfindende Fahrt gen Himmel (Christi Himmelfahrt).

Die symbolische Theorie

„Der Hasen und der Löffel drei, und doch hat jeder Hase zwei“ stellt das berühmte „Dreihasenmotiv“ in Versform dar. Zu sehen ist dieses Bild von drei im Kreis springenden Hasen unter anderem als Fenstermotiv im Dom zu Paderborn. Es schmückte bereits im Mittelalter bemalte Eier zum Osterfest und könnte sozusagen als Blaupause des Osterhasen gedient haben.

Die Konkurrenz hat ausgedient

Heutzutage hat sich der Hase als alleiniger Eierlieferant zu Ostern durchgesetzt und alle Mitbewerber um diesen Posten ausgestochen. Das sah im 16ten Jahrhundert noch anders aus und je nach Region waren ganz andere Tiere schwer mit dem Verteilen von Ostereiern beschäftigt. In Thüringen brachte der Storch die Eier per Luftfracht, Reineke Fuchs belieferte ganz Hessen, die Schweizer bekamen ihre Eier vom Kuckuck, in Sachsen und Holstein kamen die Eier per Hahn und last but not least kümmerte sich der Esel um den Eiernachschub in Fulda. Mit welchen Mitteln der Hase diese geballte Konkurrenz ausgeschaltet hat, ist leider nicht überliefert.

© Maya Kruchancova - Fotolia.com

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