Rasiermesser

Alles was du über Rasiermesser wissen musst

Du interessierst dich für das Thema Nassrasur und speziell die Rasur mit einem Rasiermesser? Dann bist du hier genau richtig. Wir beginnen mit einem kleinen geschichtlichen Abriss. Gefolgt von einer technischen Erläuterung zum Aufbau des Rasiermessers. Wir behandeln die Herstellung des Rasiermessers, die verschiedenen Materialien, die zum Einsatz kommen. Was ein gutes Rasiermesser ausmacht und wie du es pflegen musst. Wir sprechen über Rasiermesser aus Sonlingen. Zudem erfährst du, wie die Messerrasur selbst abläuft und was du an Zuebhör benötigst um zu starten - Was die Vor- und Nachteile der Nassrasur sind. Und vieles mehr... wir wünschen viel Spaß!

DIE GESCHICHTE DES RASIERMESSERS

Männer sind mit der historischen Kultur der Rasur seit Jahrtausenden eng verbunden. Wer jetzt denkt, dass die Zeiten der Einwegrasierer erst im 20. Jahrhundert Einzug gehalten haben, der irrt gravierend. Vor mehr als 30.000 v. Chr. Existierte ein sogenannter „Flint“ – ein scharfer Gegenstand, der zielgerichtet gut funktionierte, jedoch sehr rasch stumpf wurde. Mit diesem Werkzeug gelang es, Kerben in die Haut zu drücken, die im Anschluss mit Pigmenten behandelt wurden. Es entstanden die ersten Tätowierungen. Erste Abbildungen von Männern ohne Bart sind aus den Epochen der ersten ägyptischen Dynastien vorhanden. Die zwanghaften Hygieneansprüche der Ägypter setzte die vollständige Entfernung der Körperbehaarung voraus. Als Sinnbild der Jugend, Reinheit, Schönheit und als unverkennbares Zeichen des höheren Status erlangte die Rasur zunehmend eine enorm wichtige Bedeutung. 

Geschlechterunabhängig wurde die Kopfhaut kahl rasiert, um sich jedoch vor der Sonneneinstrahlung zu schützen, trugen sie eine Art Perücke. Doch bald erkannten sie, dass sie gegen Infektionen, Kopfläuse und Krankheiten nichts ausrichten konnten und gingen dazu über alle Haare am Körper penibel zu entfernen. Die damaligen Rasiermesser waren aus purem Gold oder Kupfer gefertigt. Bereits zu dieser Zeit gab es die perfekte Pflege nach der Rasur: wohlduftende Öle. Sie balsamierten die Haut, pflegten die Oberfläche und parfümierten die Träger. Die sozial-kulturelle Bedeutung der Rasur und der wertvolle Besitz eines Rasiermessers erlangten historische Bedeutung. Zwar wesentlich später, jedoch auch aus gesellschaftlichen Gründen, entwickelte sich die Geschichte des Bartes.

Sowohl seine Länge, Form und Trageweise gaben dem Beobachter sofort eine verlässliche Auskunft über seinen gesellschaftlichen Status, seinen Beruf oder seine Herkunft. Später wurde er zum auch zum Symbol von Religionen. Die Römer hingegen schätzten ihre Rasiermesser mit bestem Schliff und sahen in der Rasur eine Metapher der Jugendlichkeit. Germanen und Franken hingegen hatten ein etwas zwiespältiges Verhältnis zu ihrer Körperbehaarung, denn es war Brauch, einem besiegten König oder Prinzen den Bart gänzlich abzurasieren, was einer völligen Demütigung und unverkennbaren Schande gleichkam. Später waren es die Philosophen deren Bart zum Symbol der Weisheit wurde, doch im späten Mittelalter trugen kaum noch Männer Bart. 

Die Geschichte der Rasur ist dem Grunde nach identisch mit der Entwicklung des Rasiermessers. In der Frühzeit des Menschen dienten Rasierschaber aus unterschiedlichsten Materialien wie Muschelschalen, Haifischzähne und diverse Steine mit mehr oder minder stumpfer Klinge diesem traditionellen Ritual. Bärte und Machthaber wechselten zwischen den Ländern und es gab immer wieder Zeiten, in denen Bärte sogar verboten waren und jene, in denen man kein glattrasiertes Gesicht sah. 

Im 17. Jahrhundert war es letztendlich der technische Fortschritt, der dem Rasiermesser seine im Wesentlichen bis heute bekannte Form ermöglichte. Das notwendige Übel des Barbiers entwickelte sich zum beliebten Pflegeprogramm maskuliner Gemeinschaftserlebnisse. Bis heute treffen sich Männer gerne in Barbershops, die Gerätschaften des Friseurs sind allerdings neueren technischen Errungenschaften gewichen. Denn die Nassrasur ist inzwischen nur eine Varianten der täglichen Gesichtspflege für Männer und sie wird vom modernen Mann selbst vollzogen. 

Rasiermesser bestehen nun seit drei Jahrhunderten aus der Klinge, der Angel und dem Griff, welcher in zwei Schalen eingefasst wird. Deutlich erhöht hat sich zudem die Lebensdauer und die erzielten Resultate der Rasiermesser. Ein großer Vorteil der Rasur an sich. 

WIE IST EIN RASIERMESSER AUFGEBAUT?

Das moderne Rasiermesser wird vom Hersteller perfekt ausbalanciert und liegt optimal in der Hand. Beide Schalenteile des Griffs sind in verschiedensten Materialien erhältlich, werden in der maschinellen Fertigung jedoch meist aus pflegeleichtem Kunststoff produziert. Klassische Ausführungen bestanden früher auch aus Elfenbein sowie edlen und exotischen Hölzern. Direkt an der Griffschale ist die sogenannte Angel platziert. Der sogenannte Erl geht danach unmittelbar in das eigentliche Messer über. Nach einigen Jahrzehnten des Dornröschenschlafes erfreut sich die Männerwelt wieder diesem ausgiebigen morgendlichen Ritual. Inzwischen gehört der gekonnte Umgang mit dem Rasiermesser zur männlichen Facette des guten Tons und das Interesse an der zelebrierenden Nassrasur steigt stetig. 

Die Rasiermesserklinge

Der Schliff einer Klinge zählt zu den wichtigsten Qualitätsmerkmalen eines Rasiermessers. Über welche Güte sich der Anwender freuen darf, hängt entscheidend von der geschliffenen Form der Klinge ab. Sie entscheidet über die nötige Flexibilität und die Schärfe der Schneide. Um gleichmäßige Spitzenqualität garantieren zu können, wird der Stahlrohling vom Meisterschleifer zu einer First-Class-Rasiermesser-Klinge geformt.

Die gängigsten Klingenschliffe bei qualitativ hochwertigen Messern sind das Beil und der Hohlschliff. Allerdings steht der beliebte Hohlschliff eindeutig an erster Stelle. Während beim derben Schliff des Beils eine keilförmige Kontur entsteht, sind die sogenannten „Wedges“ heutzutage zwar bekannt, werden aber eher selten verwendet. Der extrem scharfe Schliff ist bei diesem anspruchsvollen Messer ist traditionell hervorragend gearbeitet, jedoch ist das Rasiermesser an sich relativ unflexibel und starr. Nur geübte Männer können mit diesem Stück gut umgehen, zumal es sich ziemlich schwer an Unebenheiten der Haut anpassen kann.

Der Hohlschliff

Beim Hohlschliff wird die Klinge vom Rücken zur Schneide hin, in einer vordefinierten Wölbung ausgedünnt. Es entsteht eine konkave Aushöhlung auf beiden Seiten, was zu einer sehr dünnen Schneide führt, die gleichzeitig extrem scharf wird. Etliche Schleifdurchgänge erzeugen die gewünschte Hohlform. Am häufigsten findet man die ¼, ½ und 1/1 Form, kleine Manufakturen bieten jedoch auch eigene Spezialschliffe.

Ein Rasiermesser mit ¼ hohler Klinge ist relativ unflexibel und kommt dem Schliff des Beils sehr nahe. Anfänger sind deshalb mit den wesentlich flexibleren halbhohlen und vollhohlen Rasiermessern bestens versorgt und ihre Verletzungsgefahr weitgehend eingedämmt. Eine weitere Steigerung in die singenden Klingen. Ihr extrahohler Schliff macht die extrem scharfen und ausgesprochen dünnen Klingen zu einem ungewollten Komponisten während der Rasur. Alleine das Abrasieren der Barthaare verursacht Schwingungen, deren Töne eine gewisse Geräuschkulisse entwickeln.

Die Rasiermesserklinge erlangt ihre einzigartige Qualität nicht nur durch die fein abgestimmte Kombination aus Höhlung und Schliff, sondern auch durch die exzellente Wahl des Materials. Rostfreie und nicht rostfreie Klingen, welche aus Damast und andere aus Edelstahl überzeugen nicht selten mit einer extrem langen Lebensdauer. Entsprechende Goldätzungen des Herstellers machen aus der Klinge ein unverwechselbares Einzelstück und drücken die Qualität des Produzenten aus. Je nach Haarwuchs werden traditionell verschiedene Breiten von 4/8, 5/8 6/8 oder 7/8 " Klinge usw. angeboten.

Betrachtet man das Rasiermesser von oben erkennt man die Aufteilung der Klinge in Schneide und Rücken. Am Ende der Klinge läuft der sogenannte Kopf aus, welcher in verschiedenen Formen geschliffen wird.

Der Gradkopf

Er läuft an beiden Enden der Klinge rechtwinkelig aus. Ist die Klinge mit diesem Kopf ausgestattet, gelingt eine präzise Konturführung. Ihre spitzen Enden allerdings rufen zur Vorsicht auf, denn bei unsachgemäßer Handhabung können diese zu Verletzungen führen.

Der Rundkopf

Bei ihm sind die Enden abgerundet, was vor allem für Anfänger, die mit der Nassrasur beginnen möchten, eine sehr empfohlene Kopfform darstellt. Die Verletzungsgefahr ist hier gleich Null.

Der spanische Kopf

Im Gegensatz zum Rundkopf ist dieser nicht nach außen abgerundet, sondern hat einen leichten Radius nach innen. Optimal für die Konturführung.

Der französische Kopf

Die Konturführung ist ähnlich genau wie beim Gradkopf, allerdings läuft hier der Kopf in einem Viertelkreis aus und spitzt sich zum Klingenende hin zu.

Der Rücken

Rasiermesser verkörpern die wahre Kunst der Rasur. Der Rücken hilft dem Anwender das Messer optimal zu handhaben. Der Rücken des Rasiermessers nimmt dabei eine wichtige Rolle ein. Denn sowohl beim Öffnen des Messers, als auch beim Abziehen hilft die Tatsache, dass dieser stumpf und unproblematisch anzufassen ist. Um das Messer ordnungsgemäß pflegen zu können, wird es regelmäßig auf einem Riemen aus Leder gewetzt. Der Rücken liegt bei diesem Vorgang im Flachen Winkel zur Klinge und zum Riemen.

Der Erl

In rund 15 unterschiedlichen Arbeitsstufen werden Erl und Rücken geschliffen, bis sie den gewünschten Feinschliff erhalten können. Der Erl stellt dabei das direkte Verbindungsstück zwischen Angel und Rücken dar, ist jedoch häufig mit dem Namen des Herstellers versehen. Sind Produzent und Klingenhersteller nicht identisch, so findet sich in dieser Stelle meist ein unmittelbarer Hinweis darauf.

Die Angel

Sie ist das exponierteste Teil des gesamten Rasiermessers. Klappt man das Messer auf, ist die Angel die unmittelbare Verlängerung des Erls und direkt verbunden mit dem Steg. Die Fingerhohlung dient dem perfekten Griff und der einfachen Handhabung des Rasiermessers

Die Schneide

Sie ist das Herzstück eines jeden Rasiermessers. Ihre Qualität ist entscheidend dafür, ob ein Messer gerne verwendet wird. Die Klinge besteht meist aus rostfreiem Kohlenstoffstahl, Damast und Edelstahl. Eine Faustregel besagt: je hohler der Schliff, desto besser die Klinge. Diese Theorie hängt jedoch sehr stark von der Stärke des Bartwuchses ab.

Der Griff

Sein gewähltes Material erfüllt dekorative Zwecke und sollte vor allem gut in der Hand liegen. Vor mehr als 80 Jahren verwendete man noch Schildpatt, aktuell werden edle bis exotische Hölzer, Horn, Knochen, Metall, Mammutstoßzahn und Kunststoff verwendet. Eher glatt ist die Haptik des Metalls, wobei die Griffe zu früheren Zeiten gerne aufwendig verziert und mit Intarsien gearbeitet wurden und fast schon kleine Kunstwerke darstellten. Sehr pflegeleicht ist die heute viel verbreitete Verarbeitung mit Rasiermesser mit Kunststoffgriff. Jene aus Holz sollten besonders sorgfältig gepflegt werden, damit sie sich nicht unnötig verziehen bzw. austrocknen und brüchig werden.

RASIERMESSER – DIE HERSTELLUNG

Das Grundmaterial für qualitativ hochwertige Rasiermesser werden bevorzugt Normalstähle verwendet, deren Kohlenstoffanteil mindestens 0,6 Prozent beträgt. Dank dieser Materialeigenschaften erreicht man optimale Produktmerkmale, die sich von weniger guten Qualitäten deutlich unterscheiden. Der Normalstahl erreicht höchste Resistenzen bei Härte, Verschleiß und Elastizität und wird aus einem Spaltstück von 20 bis 25 Millimetern Breite und fünf bis sechs Millimetern Stärke gefertigt.

Die Stahlstücke werden aufgeglüht und dem immensen Druck des Fallhammers ausgesetzt und warmgeschmiedet. Das Härten, der sogenannte Vergütungsprozess, ist für die spätere Qualität des Rohlings von großer Bedeutung. Je nachdem welcher Stahl verwendet wird, kann dieser auf bis zu 1.300 Grad Celsius erhitzt und anschließen in Spezialöl abgeschreckt werden. Ein wesentliches Kriterium ist dabei die Temperaturgrenze. Anschließend erhält die Klinge durch das Anlassen bei 200 bis 400 Grad Celsius jene Produkteigenschaften, die sie besonders zäh und elastisch werden lassen.

In weiteren 15 Arbeitsstufen erhält das Stahlstück seinen Hohlschliff. Dieser Vorgang erfolgt auf Spezialmaschinen und geht im Anschluss auf den Schliff des Erl und Rückens über. Mit einem speziellen Feinschliff und darauffolgender Politur durch eine 100 bis 600 Körnung erhält die Hohlseite ihre spätere Optik. Nach dem perfekten Schliff der Klinge erhält der Griff seine beiden Schalenhälften, damit das unkomplizierte Einklappen des Rasiermessers nach jeder Anwendung garantiert werden kann. Im letzten Schritt gewährleisten der Feinabzug, das Ledern und Einfetten letzte Qualitätskontrollen, um das Rasiermesser im besten Zustand an seinen zukünftigen Nutzer auszuliefern.

Das richtige Material für die Klinge

Hochwertige Rasiermesser entstehen ausschließlich in der Schmiede, erhalten Ihre Härte und den Schliff und werden abschließend kunstvoll damasziert. Rasiermesser aus Kohlenstoffstahl verfügen offensichtlich über die beste Schärfe und können mit speziellen Härtungsverfahren einen Wert von bis zu 63 Rockwell erreichen. Nur sehr harte Klingen sind Garanten für extreme Schärfe und Langlebigkeit. A.P. Donovan verwendet für seine Rasiermesser ausschließlich japanischen Stahl. Dieser verfügt über einen hohen Anteil an Kohlenstoff und bietet damit die einzigartige Möglichkeit solche enorm scharfen Klingen produzieren zu können.

Der Rohling

Aus einem herkömmlichen Stück Stahl ein Rasiermesser von höchster Qualität zu fertigen, bedarf einiger kraftvoller Arbeitsschritte, die von schweren Maschinen übernommen wird. Eine Stanze schneidet Einzelspalten von langen Stahlbändern ab, was in etwa der Größe einer Rasiermesserklinge entspricht. Der Rohling wird anschließend im Ofen erhitzt und rotglühend von einem schweren Gesenk bearbeitet. Dieser Vorgang bringt das Material in die ungefähre gewünschte Klingenform. Nach dem Abkühlen wird der überschüssige Grat direkt vom Rohling entfernt, was in einem präzisen Arbeitsschritt vollbracht wird. Strengste Qualitätskontrollen verlangen bereits in diesem Stadium der Produktion das Aussortieren von ungenau gearbeiteten Klingen.

Die Härtung der Klinge

Der Stahlrohling wird vor dem Härtungsprozess mit Graphitstaub bedeckt und im Anschluss in ein vierminütiges flüssiges Blei-Bad. Eine wichtige Grundlage, um das Maximum an Härte erreichen zu können. Nur sie ist im Späteren für einen optimierten Schärfegrad des Rasiermessers verantwortlich. Der Graphitstaub ermöglicht die Erhitzung des Stahls auf über 850 Grad Celsius, wobei dieser das Blei nicht anhaften lässt. Die Schockkühlung des Rohlings in einem kalten Becken mit Spezialöl verleiht dem Stahl seine extreme Widerstandsfähigkeit und Härte. Die blitzschnelle Reduzierung der Temperatur kann allerdings ein Verziehen des Stahls zur Folge haben. Dieses Manko wird daher bei der nächsten Qualitätskontrolle genau geprüft und Rohlinge, die nicht den Anforderungen entsprechen, von Hand mit dem Hammer exakt ausgerichtet.

Das Schleifen zum schärfen der Klinge

Das ist definitiv der filigranste Arbeitsschritt in der Rasiermesser Herstellung. Nachdem die eher groben Produktionsprozesse abgeschlossen sind, erwartet den Rohling auf dieser Station die Haute Couture der Rasiermesser-Welt. Die Erfahrung des Messerschleifers kommt jener eines herausragenden Designers gleich. Seine Kunst entscheidet letztendlich darüber, von welcher Qualität das spätere Produkt sein wird.

Unmittelbar an der Schleifscheibe werden Rücken- und Klingenkopf positioniert und in Form gebracht. Ist dieser Schritt erledigt, kommen die Angel und der Erl unter die präzise Lupe des Messerschleifers. Ein schmaler Bogen in Richtung der Angel ist im Späteren dafür verantwortlich, dass das Rasiermesser ohne Probleme aufgeklappt werden kann. Darüber hinaus dient die Angel als Auflage für die Finger, um das Rasiermesser während der Rasur perfekt führen zu können. Der Erl, das Verbindungsstück zwischen Angel und Klinge, dient bei hochwertigen Messern, wie jenen von A.P. Donovan, zur Qualitätsangabe. So werden auf dem Erl gerne die Härteangaben des Stahls festgehalten, der Produktionsort, ein Logo oder die Bezeichnung „Hand Made“ verewigt. Auch der Erl dient während der Rasur zum Auflegen der Finger.

Danach legt der Messerschleifer im Watenschliff die spätere Form fest. Diese Grundzüge wird die Rasierklinge während des gesamten Produktionsvorganges nicht mehr verlieren, jedoch hat die Klinge noch nicht ihre tatsächlich notwendige Schärfe erreicht. Im darauffolgenden Fertigungsschliff nimmt das Rasiermesser seine endgültige Schnittschärfe an. Ein Arbeitsschritt, bei dem der Unterschied zwischen herkömmlichen Messern und der Präzision eines Rasiermessers deutlich zu erkennen ist. Mithilfe des Hohlschliffs erlangt die Klinge ihre unendliche Härte bei gleichzeitiger Flexibilität, denn ihre gewölbte Form ist bezeichnend für ihre maximale Elastizität.
Ein unverwechselbares Qualitätsmerkmal erstklassiger Rasuren.

Entgegen der früheren Techniken, deren Schleifsteine die Verwendung von Naturstein vorsahen, verrichten in modernen Manufakturen Hohlschleif-Maschinen diesen Fertigungsprozess. Mit jeweils zwei Kunstschmirgelsteinen aus Magnesit wird die erforderliche Stärke der Hohlung erlangt. Erst nach diesem Vorgang kann der entstandene Wall zwischen Schneide und Klinge abgeschliffen werden.

In diesem Stadium der Produktionsphase wird das Rasiermesser langsam aber stetig auf seine letztendliche Schärfe getrimmt. Jetzt wird die Klinge immer dünner und dünner – das überschüssige Material abgeschliffen und die eigentliche Form des Klingengrates herausgearbeitet. Dabei prüft der Messerschleifer immer wieder mit seinem Daumen, den er sanft quer über die Klinge führt. Durch diese Bewegung entsteht ein eigenes Klangbild, woran der Messer-Designer erkennen kann, ob er die erforderliche Schärfe bereits erreicht hat.

Nach dem Ausdünnen der Klinge werden per Hand noch eventuelle Unebenheiten in der Materialstruktur aufgespürt und entfernt. Dazu dient der Pliestbock. Auf ihm wird das Finish des Rasiermessers durchgeführt und Erl sowie Angel an der Sisalscheibe poliert. Durch die Zugabe von Polierpaste erlangt das Messer seinen Hochglanz.
Abschließend bringt der Messerschleifer Kalk auf die Lederscheibe auf und unterzieht die Hohlkehle und Schneide dem Klar- beziehungsweise Blaupliesten. Ab diesem Zeitpunkt ist das Einzelstück aus Metall vollständig und wartet nur mehr darauf mit dem Griff des Rasiermessers verbunden zu werden. Das sogenannte Reiden vereint die beiden Teile zu einem hochwertigen Qualitätsprodukt.

Doch auch wenn es einer der letzten Arbeitsschritte in der Fertigung ist, er verlangt ein besonderes Maß an Präzision. Denn die Griffschalen dürfen beim Einklappen des Messers keinesfalls die Klingen des Rasiermessers berühren. Der Griff besteht unter anderem aus edlen Sandel- und Mahagonihölzern und werden ebenso in aufwendiger Handarbeit gefertigt. Ihr Erscheinungsbild unterstreicht das luxuriöse maskuline Charisma von A.P. Donovan Rasiermessern.

Durchläuft das Rasiermesser nach Fertigstellung den letzten Qualitätscheck und hält den hohen Anforderungen der Prüfer stand, wird es im letzten Prozedere von Hand am Lederriemen abgezogen und zur Auslieferung in einer edlen Holzschatulle verpackt.

Mahagoniholz Zuschnitte

Edelstahlrohlinge für Griffschalen

fast fertige Holzschalen Griff

RASIERMESSER AUS SOLINGEN

Die Begrifflichkeiten Solingen & deutsche Schneidwaren gelten weithin als unauflöslich verbunden. Durch den traditionsreichen Industriezweig erlangte die Stadt internationale Bedeutung und wird bis heute für ihre einzigartige Klingenherstellung geschätzt. Die hohe handwerkliche Kunstfertigkeit modifizierte sich mit stetigen Erneuerungen und technischen Fortschritten bis weit in unser Jahrhundert. Mit Geschick und Können gestalten die Meister ihres Faches einzigartige Produktqualitäten und tragen klar zur positiven Absatzentwicklung bei.

Seit mehr als 700 Jahren werden in Solingen Klingen gefertigt, eine Historie die weltweit keine andere Stadt aufweisen kann. Schon lange bevor Solingen überhaupt die Stadtrechte erwarb, war ihre Bedeutung als Stätte der Schwertfertigung eine Wesentliche.

Alle Rasiermesser aus Solingen unterliegen damals wie heute strengen Kontrollen, um die hohen Ansprüche nationaler und internationaler Käufer gerecht zu werden. In allen Produktionsschritten existieren einzelne Kontrollabschnitte. Bei Auslieferung wird auch die Rasurschärfe überprüft. Dabei ist es notwendig, dass das Rasiermesser mehrere Haartests durchläuft und erfolgreich absolviert. Erste nach diesen Etappen wird das Rasiermesser an den Kunden ausgeliefert.

Während man Anfang des 20. Jahrhunderts noch damit beschäftigt war den maschinellen Fortschritt verbannen zu wollen, gelang es immer mehr kleinen Manufakturen die Möglichkeit der schnelleren Produktion zu nutzen und den Umsatz deutlich zu steigern. Begründet auf diese Neuentwicklung und das steigende Niveau Ungleichmäßigkeiten mit neuen Generationen an Schleifmaschinen ausgleichen zu können, veränderte die Marktsituation gravierend.

Mit mehr als 5.500 Beschäftigten und über 500 Millionen Euro Umsatz trägt die
Klingenstadt Solingen zu einem enormen Produktionsvolumen bei. Doch am Charme der vergangenen Jahrhunderte hat die Stadt mit ihren Rasiermesser-Unikaten nicht verloren. Kleine Hersteller mit großen Namen und große Unternehmen mit ausschließlich maschinellen Produktionslinien arbeiten hier nebeneinander. Aber vor allem produzieren sie Tag für Tag ein weiteres Qualitätsstück, dass den guten Ruf von Solingen in die Welt hinausträgt.

Das tägliche Ritual maskuliner Gewohnheiten benötigt für den modernen Mann von heute das richtige Toll, um die Rasur zu einem richtigen Erlebnis werden zu lassen. Männer sind Fans und Freunde der traditionellen Nassrasur und zelebrieren diesen Akt mit klassischer Rasierseife oder Rasiercreme und einem Echthaarpinsel.

Rasiermesser von Solingen bieten hier die einzigartige Chance zu erfahren, wie sich die perfekte Rasur anfühlt und man(n) dem Rasurbrand vollständig aus dem Weg gehen kann.

DIE NASSRASUR MIT DEM RASIERMESSER

Diese traditionelle Art der Rasur ist für viele Männer eine reine Glaubensfrage. Gut ausgestattet mit allen dafür notwendigen Utensilien geht es zur morgentlichen Routinerasur. Eine Nassrasur ist extrem gründlich und hinterlässt absolut keine Rückstände. Dabei ist die Wahl des Rasiermessers nicht primär entscheidend, sondern die Tatsache, dass sich die modernen Klingensysteme der Rasiermesser optimal an die Haut im Gesicht anpassen können.

Sie schneiden exakt und spalten das Haar punktgenau, wenn es sein muss. Dabei gelingt es dem Rasiermesser den Bart so nahe an der Hautoberfläche abzuschneiden, dass die Gesichtshaut nach der Rasur sehr weich und geschmeidig wird. Ein überwältigendes Gefühl, dem nicht nur Männer die Treue schwören! Zusätzlich wird bei der Nassrasur der Prozedere quasi zelebriert und sowohl ein umfangreiches Pre-Shave Ritual durchgeführt, als auch im Weiteren die Rasur von Rasierschaum, Rasierseife, Rasiergel und Rasiercreme begleitet.

Der Nassrasierer gleitet gekonnt und wie von selbst über die Haut und schneidet mit extremer Genauigkeit die Konturen des Bartes. Messerscharfe Klingen und tatsächlich glatte Flächen sind eine Kombination die Männer und Frauen an einem gepflegten Bart sehr zu schätzen wissen. Vorausgesetzt allerdings, dass der Stil zum Mann passt.

Bevor die Rasur beginnen kann, sollten allen dafür notwendigen Utensilien bereitliegen: Rasiermesser, Rasierseifen, Rasierpinsel sowie eine Schale und ein Handtuch. Das Rasiermesser aus der Verpackung nehmen und zuerst abledern. Danach den Schaum aufschlagen – die Zeremonie kann beginnen!

Idealerweise wird das Gesichtshaar vor der Rasur für mehrere Minuten mit warmen
Wasser eingeweicht und mit feuchtigkeitsspendenden Rasierseifen oder dem Rasierschaum benetzt. Damit das Barthaar schön weich wird und die Haut optimal vor Schnitten oder Kratzern geschützt ist. Das Rasieren selbst ist der eigentliche zu zelebrierende Akt einer Nassrasur. Sanft gleitet das scharfe Rasiermesser über die Hautoberfläche und schneidet das Barthaar exakt an der Kante ab. Wobei die Kinnpartie und der Bart an der Oberlippe die schwierigsten Stellen bei der eigentlichen Rasur darstellen.

Überflüssige Hautpartikel werden schonend entfernt und der Teint der Haut wird frisch und lebendig.

Nach dem gründlichen Abspülen der noch vorhandenen Creme- oder Seifenrückstände wird das Gesicht mit kaltem Wasser benetzt. Die Kühle dient dem Verschließen der Poren. Damit die Haut wieder an Feuchtigkeit gewinnt, sind feuchtigkeitsspendende Aftershaves, Balsam oder Lotion die ideale Wahl, um den Bart und die Gesichtshaut unterstützend zu pflegen.

Ist die Nassrasur mit dem Rasiermesser beendet, wird es sorgfältig gereinigt und trocken gelagert.

Die Bilder zeigen, wie du dein Rasiermesser halten musst

Blick von vorne und hinten

DIE RICHTIGE PFLEGE DES RASIERMESSERS

Das Rasiermesser ist ein stilvolles Accessoire, das sich optimal als lebenslanger Wegbegleiter eignet. Um dies gemeinsam mit seinem Träger erreichen zu können, bedarf es einer gründlichen und liebevollen Pflege. Denn wie das Rasiermesser nach der Rasur behandelt wird, trägt entscheidend zur Lebensdauer bei.

Wir unterscheiden zwischen Rostfreien und nicht rostfreien Rasiermessern - aus rostfreiem Kohlenstoffstahl und rostträgen hochlegiertem Edelstahl. Beide Varianten klingen eigentlich danach, als ob sie Rost keine Chance geben würden. Stimmt auch, doch an einer anständigen Pflege kommt man trotzdem nicht vorbei. Die Nicht-rostfreien Klingen haben einen hohen Chrom-Anteil. Daher rosten sie keines wegs einfach vor sich hin. Keine Frage, Rasiermesser aus rostfreiem Material sind pflegeleichter, doch um Rost oder Wasserflecken zu vermeiden, muss es nach der Rasur mit klarem Wasser abgespült und vorsichtig abgetupft werden.

Solange das Messer von der abschließenden Reinigung noch feucht ist, sollte es nicht in die dafür vorgesehene Hülle gepackt werden, sondern an der Luft trocknen. Bei Bädern mit Fenstern ist das kein Problem, allerdings sind Lagerorte an denen die Luftfeuchtigkeit hoch ist nicht besonders empfehlenswert, da die Klinge leicht Rost ansetzen könnte.

Wird das Rasiermesser für längere Zeit nicht benutzt, hilft das Einreiben mit Öl, damit es seine Strahlkraft beibehält. Hierfür eignen sich spezielle Pflegeöle, Waffenöle oder säurefreie Spezialöle.

Eine weitere wichtige Pflegemaßnahme ist das Abziehen, also das Ledern des Rasiermessers. Da die Klinge bei der Rasur beansprucht wird, ist es ratsam diese sehr sorgfältig zu behandeln. Immerhin ist ein Austausch der Klinge bei einem Rasiermesser nicht vorgesehen und man muss sich um die Einsatzbereitschaft seines Wegbegleiters selbst kümmern. Die Schärfe der Klinge ist nicht wie bei Küchenmessern schnell mit dem robusten Nachschleifen erledigt. Denn ob das Schleifen Erfolg hatte oder nicht, ist bei einem Haushaltsgerät maximal an der Schnittführung zu bemerken. Fleisch, Obst oder Gemüse können trotzdem noch gut zerteilt werden.

Also muss das Messer immer rasurbereit sein und dafür zu sorgen ist die Pflicht des Mannes. Der Umgang mit dem Abziehriemen ist anfänglich gewöhnungsbedürftig, stellt sich jedoch nach wenigen Versuchen ein. Nach wiederholtem Rasieren muss das Rasiermesser abgeledert werden, da es sonst an Schärfe einbüßt und im schlimmsten Fall stumpf wird.

Zum Schärfen eigenen sich Stoßriemen und Hängeriemen, jedoch sollte das Messer VOR der Rasur abgezogen werden, wenn es nicht mehr die optimale Klinge aufweist. Ist die Klinge allerdings in Ordnung sollte das Messer nach der Rasur zumindest für 24 Stunden ruhen bevor es abgezogen wird. Zur Pflege des Leders ist es am Besten den Riemen mit Lederfett einzureiben.

Rasiermesser schärfen

Damit die Rasur nachhaltig eine Freude bleibt und Hautirritationen vermieden werden, ist es unabdingbar, dass dein Rasiermesser stets scharf ist. Um dies zu gewährleisten, musst du es pfleglich behandeln. Dazu gehört das gründliche Abledern. Wie du das richtig machst, haben wir bereits umfangreich erläutert. Aber auch das beste Abziehen am Streichriemen, genügt nicht immer. Dein Rasiermesser sollte regelmäßig am Schleifstein geschärft werden. Du fragts dich sicher: "Wer schleift mein Rasiermesser?" Die Antwort ist einfach - A.P. Donovan. Denn wenn du bei uns ein Rasiermesser erwirbst, bekommt du immer kostenfrei einen 5-jährigen Schärfeservice dazu. Ist dein Messer stumpf, schickst du es ein und wir schärfen es für dich. Einmal jährlich, 5 Jahre lang. Solltest du dennoch einmal Lust bekommen, dein Rasiermesser selber zu schärfen. Findest du bei uns eine Anleitung zum Schärfen am Schleifstein.

Rasiermesser Set

Rasiermesser

Rasiermesser für Anfänger

DIE NASSRASUR MIT EINEM RASIERMESSER – VOR- UND NACHTEILE

Gründlichkeit ist wohl eine der wichtigsten Vorteile der Nassrasur. Allerdings wird ihr nachgesagt gerne von Perfektionisten bevorzugt zu werden. In diesem Punkt ist schnell klar, dass die Nassrasur nur etwas für geübte Hände ist. Mit extrem scharfen Klingen verhilft das Rasiermesser dem Mann zu babyweicher Haut, da das Barthaar unmittelbar an der Hautoberfläche abgeschnitten wird. Sollen Konturen exakt herausgearbeitet werden, entsteht mit dem Rasiermesser ein optisch glatter und hochwertiger Schnitt.

Mit Qualitätspflegemitteln kann sowohl die Vorbereitung zur Reinigung des Gesichtes nachhaltig auf die Haut wirken, als auch nach der Rasur, um Rasurbrand effizient zu vermeiden.

Ein Nachteil ist auf jeden Fall die Verletzungsgefahr. Denn besonders ungeübte Nassrasierer sind sich der Risiken nicht bewusst. Man sollte daher eine ruhige Hand haben und entsprechend häufig üben, bis man die morgendliche Nassrasur auch wirklich in vollen Zügen genießen kann. Das maskuline Ritual verursacht keine Hautirritationen und gilt als absolut männlich.

Neben der ständig notwendigen Pflege sind vor allem die Anschaffungsinvestitionen nicht ganz günstig. Dem gegenüber steht der völlige Verzicht auf Wechselklingen. Sie werden bei Nassrasierern nach wenigen Wochen ausgetauscht. Allerdings sind diese beiden letzteren Hürden wohl zu meistern, bedenkt man, dass im Weiteren keine laufenden Kosten für die Rasur entstehen. Das wiegt wohl die höheren Anschaffungspreise etwas auf und führt über die Jahre zu erheblichen Einsparungen. Die qualitativ hochwertige Rasur für Männer gewinnt definitiv an Bedeutung!