Die Geschichte des Rasiermessers

Ein alter Barbier aus Indien

Männer sind mit der historischen Kultur der Rasur seit Jahrtausenden eng verbunden. Wer jetzt denkt, dass die Zeiten der Einwegrasierer erst im 20. Jahrhundert Einzug gehalten haben, der irrt gravierend. Vor mehr als 30.000 v. Chr. Existierte ein sogenannter „Flint“ – ein scharfer Gegenstand, der zielgerichtet gut funktionierte, jedoch sehr rasch stumpf wurde. Mit diesem Werkzeug gelang es, Kerben in die Haut zu drücken, die im Anschluss mit Pigmenten behandelt wurden. Es entstanden die ersten Tätowierungen. Erste Abbildungen von Männern ohne Bart sind aus den Epochen der ersten ägyptischen Dynastien vorhanden. Die zwanghaften Hygieneansprüche der Ägypter setzte die vollständige Entfernung der Körperbehaarung voraus. Als Sinnbild der Jugend, Reinheit, Schönheit und als unverkennbares Zeichen des höheren Status erlangte die Rasur zunehmend eine enorm wichtige Bedeutung. 

Geschlechterunabhängig wurde die Kopfhaut kahl rasiert, um sich jedoch vor der Sonneneinstrahlung zu schützen, trugen sie eine Art Perücke. Doch bald erkannten sie, dass sie gegen Infektionen, Kopfläuse und Krankheiten nichts ausrichten konnten und gingen dazu über alle Haare am Körper penibel zu entfernen. Die damaligen Rasiermesser waren aus purem Gold oder Kupfer gefertigt. Bereits zu dieser Zeit gab es die perfekte Pflege nach der Rasur: wohlduftende Öle. Sie balsamierten die Haut, pflegten die Oberfläche und parfümierten die Träger. Die sozial-kulturelle Bedeutung der Rasur und der wertvolle Besitz eines Rasiermessers erlangten historische Bedeutung. Zwar wesentlich später, jedoch auch aus gesellschaftlichen Gründen, entwickelte sich die Geschichte des Bartes.

Sowohl seine Länge, Form und Trageweise gaben dem Beobachter sofort eine verlässliche Auskunft über seinen gesellschaftlichen Status, seinen Beruf oder seine Herkunft. Später wurde er zum auch zum Symbol von Religionen. Die Römer hingegen schätzten ihre Rasiermesser mit bestem Schliff und sahen in der Rasur eine Metapher der Jugendlichkeit. Germanen und Franken hingegen hatten ein etwas zwiespältiges Verhältnis zu ihrer Körperbehaarung, denn es war Brauch, einem besiegten König oder Prinzen den Bart gänzlich abzurasieren, was einer völligen Demütigung und unverkennbaren Schande gleichkam. Später waren es die Philosophen deren Bart zum Symbol der Weisheit wurde, doch im späten Mittelalter trugen kaum noch Männer Bart. 

Das heutige Rasiermesser

Ein weiterer Barbier in Indien

Im 17. Jahrhundert war es letztendlich der technische Fortschritt, der dem Rasiermesser seine im Wesentlichen bis heute bekannte Form ermöglichte. Das notwendige Übel des Barbiers entwickelte sich zum beliebten Pflegeprogramm maskuliner Gemeinschaftserlebnisse. Bis heute treffen sich Männer gerne in Barbershops, die Gerätschaften des Friseurs sind allerdings neueren technischen Errungenschaften gewichen.

Denn die Nassrasur ist inzwischen nur eine Varianten der täglichen Gesichtspflege für Männer und sie wird vom modernen Mann selbst vollzogen.  Die Geschichte der Rasur ist dem Grunde nach identisch mit der Entwicklung des Rasiermessers. In der Frühzeit des Menschen dienten Rasierschaber aus unterschiedlichsten Materialien wie Muschelschalen, Haifischzähne und diverse Steine mit mehr oder minder stumpfer Klinge diesem traditionellen Ritual.

Bärte und Machthaber wechselten zwischen den Ländern und es gab immer wieder Zeiten, in denen Bärte sogar verboten waren und jene, in denen man kein glattrasiertes Gesicht sah. Rasiermesser bestehen nun seit drei Jahrhunderten aus der Klinge, der Angel und dem Griff, welcher in zwei Schalen eingefasst wird. Deutlich erhöht hat sich zudem die Lebensdauer und die erzielten Resultate der Rasiermesser. Ein großer Vorteil der Rasur an sich. 

Rasiermesser aus Solingen

Die Begrifflichkeiten Solingen & deutsche Schneidwaren gelten weithin als unauflöslich verbunden. Durch den traditionsreichen Industriezweig erlangte die Stadt internationale Bedeutung und wird bis heute für ihre einzigartige Klingenherstellung geschätzt. Die hohe handwerkliche Kunstfertigkeit modifizierte sich mit stetigen Erneuerungen und technischen Fortschritten bis weit in unser Jahrhundert.

Mit Geschick und Können gestalten die Meister ihres Faches einzigartige Produktqualitäten und tragen klar zur positiven Absatzentwicklung bei.

Seit mehr als 700 Jahren werden in Solingen Klingen gefertigt, eine Historie die weltweit keine andere Stadt aufweisen kann. Schon lange bevor Solingen überhaupt die Stadtrechte erwarb, war ihre Bedeutung als Stätte der Schwertfertigung eine Wesentliche.

Old tradition of knife sharpening in Solingen

Alle Rasiermesser aus Solingen unterliegen damals wie heute strengen Kontrollen, um die hohen Ansprüche nationaler und internationaler Käufer gerecht zu werden. In allen Produktionsschritten existieren einzelne Kontrollabschnitte. Bei Auslieferung wird auch die Rasurschärfe überprüft. Dabei ist es notwendig, dass das Rasiermesser mehrere Haartests durchläuft und erfolgreich absolviert. Erste nach diesen Etappen wird das Rasiermesser an den Kunden ausgeliefert.

Während man Anfang des 20. Jahrhunderts noch damit beschäftigt war den maschinellen Fortschritt verbannen zu wollen, gelang es immer mehr kleinen Manufakturen die Möglichkeit der schnelleren Produktion zu nutzen und den Umsatz deutlich zu steigern.

Begründet auf diese Neuentwicklung und das steigende Niveau Ungleichmäßigkeiten mit neuen Generationen an Schleifmaschinen ausgleichen zu können, veränderte die Marktsituation gravierend.

Mit mehr als 5.500 Beschäftigten und über 500 Millionen Euro Umsatz trägt die Klingenstadt Solingen zu einem enormen Produktionsvolumen bei. Doch am Charme der vergangenen Jahrhunderte hat die Stadt mit ihren Rasiermesser-Unikaten nicht verloren. Kleine Hersteller mit großen Namen und große Unternehmen mit ausschließlich maschinellen Produktionslinien arbeiten hier nebeneinander. Aber vor allem produzieren sie Tag für Tag ein weiteres Qualitätsstück, dass den guten Ruf von Solingen in die Welt hinausträgt.

Das tägliche Ritual maskuliner Gewohnheiten benötigt für den modernen Mann von heute das richtige Toll, um die Rasur zu einem richtigen Erlebnis werden zu lassen. Männer sind Fans und Freunde der traditionellen Nassrasur und zelebrieren diesen Akt mit klassischer Rasierseife oder Rasiercreme und einem Echthaarpinsel.

Rasiermesser von Solingen bieten hier die einzigartige Chance zu erfahren, wie sich die perfekte Rasur anfühlt und man(n) dem Rasurbrand vollständig aus dem Weg gehen kann.

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