Tabakpfeife aus Holz

Tabakpfeifen aus Holz

Im Lauf der Zeit ist ein riesiger Markt für Tabakpfeifen entstanden, auf dem (wie auf jedem Markt) das Angebot von äußerst preiswert bis extrem kostspielig reicht. Nicht immer ist der Preis auch zugleich ein verlässlicher Indikator für die Qualität eines Produktes. Sicher aber ist: Wenn eine Tabakpfeife auffällig preisgünstig ist, sollte das stutzig machen. Warum? Handgefertigte Tabakpfeifen erfordern eine Vielzahl präziser Arbeitsschritte, die nur von einem erfahrenen Pfeifenmacher durchgeführt werden können.

Dieser Zeitaufwand und der nötige Erfahrungsschatz haben natürlich ihren Preis. Handelt es sich bei den handgearbeiteten Tabakpfeifen gar um Einzelstücke, die exklusiven Freehand-Pfeifen, kann der Preis ohne weiteres mehrere hundert Euro betragen. Aber auch in den sogenannten Serienpfeifen steckt noch viel Handarbeit, denn: kein Stück Holz gleicht dem anderen. Der Naturwerkstoff erfordert stets eine individuelle Behandlung und sorgt damit auch für die Unverwechselbarkeit jeder handgefertigten Tabakpfeife.

Die verschiedenen Modelle

Das grundlegende Unterscheidungsmerkmal von Tabakpfeifen aus Holz ist die Unterteilung in sogenannte Straight- und Bent-Modelle. Straight sind Pfeifenmodelle mit geradem Holm und Bent sind Pfeifenmodelle mit gebogenem Holm. Die Entscheidung für eine dieser beiden Formen beruht nicht nur auf rein optischen Aspekten. Bents können während des Rauchens mit Lippen und/oder den Zähnen gehalten werden. Sie werden daher auch oft als "Hänger" bezeichnet. Straights werden beim Rauchen in der Regel mit der Hand festgehalten – ihr Schwerpunkt liegt zu hoch, um sie bequem im Mund hängenzulassen.

Veranschaulichen kann das die Erinnerung an die Bilder bekannter Pfeifenraucher: Während Sherlock Holmes seine Bent im Zuge der Ermittlung zwischen die Zähne klemmt, kratzt sich Herbert Wehner beim Nachdenken die Stirn mit dem Mundstück seiner Straight.

Doch die Begriffe Straight und Bent sind nur die Spitze des Eisbergs. Innerhalb dieser beiden Kategorien ist die Formenvielfalt von Tabakpfeifen aus Holz nahezu unerschöpflich. Beschränken wir uns bei der Beschreibung daher auf die drei meistgerauchten Modelle aus beiden Gattungen:

Straights

Straight BillardStraight CanadianStraight Apple
langes Mundstück, Holmlänge entspricht der Höhe des Pfeifenkopfes, großer gerader Kopfkurzes Mundstück, langer ovaler Holm, großer gerader Kopflanges Mundstück, längerer Holm, großer rundlicher und abgeflachter Kopf

Bents

Die Form des Pfeifenkopfs entspricht den Straight-Modellen. Im Unterschied dazu sind Holm und Mundstück der Bents gebogen: Billard Bent, Canadian Bent, Apple Bent

Darüber hinaus gibt es noch viele andere Modelle mit so illustren Namen wie: Prince, Bulldog, Loveat, Dublin, Pot, Liverpool, Stand up Poker und, und, und…

Um besser zu verstehen, wie diese Vielfalt der Pfeifensorten entsteht, wird im Folgenden der Herstellungsprozess handgefertigter Tabakpfeifen näher erklärt.

Die Herstellung einer Tabakpfeife

Exemplarisch werden die einzelnen Arbeitsschritte bei der Herstellung einer Tabakpfeife aus Bruyereholz beschrieben.

Der Pfeifenhersteller begutachtet ein Ebauchon
Der Pfeifenhersteller begutachtet ein Ebauchon
Die Pfeifenform wird auf das Ebauchon gezeichnet
Die Pfeifenform wird auf das Ebauchon gezeichnet
In den Pfeifenkopf wird das Tabakloch gebohrt
In den Pfeifenkopf wird das Tabakloch gebohrt

"Am Anfang ist die Knolle." So könnte der Schöpfungsgedanke eines Pfeifenmachers bei der Begutachtung seines Ausgangsmaterials lauten: Der Wurzelknolle der mediterranen Baumheide Erica arborea. Das Holz dieser Baumheide hat einen sehr hohen Kieselsäuregehalt (1,81 Prozent) und ist daher nur schwer entflammbar. Diese Eigenschaft ist bei der Herstellung von Pfeifen von unschätzbarem Vorteil, da sie ein Durchbrennen der Pfeife erschwert.

Eine 30 bis 60 Jahre alte Wurzelknolle kann die Größe eines Fußballs erreichen und lässt von außen nicht ahnen, was sie in ihrem Inneren verbirgt. Die Qualität des Holzes kann erst nach dem Zersägen der Knolle in sogenannte Kanteln beurteilt werden. Diese handlichen Stücke werden nach erkennbarer Maserung, Farbe und Güteklasse vorsortiert und säckeweise an die Pfeifenhersteller verkauft. Das erinnert an das Prinzip "die Katze im Sack zu kaufen", denn zu diesem Zeitpunkt ist noch völlig unklar, ob die Kanteln in ihrem Inneren den Ansprüchen des Pfeifenmachers genügen.

Der Pfeifenholm wird mit der Dekupiersäge vorgeformt
Der Pfeifenholm wird mit der Dekupiersäge vorgeformt
An der Schleifscheibe wird das Mundstück an den Pfeifenkopf angepasst ('verschachtelt')
An der Schleifscheibe wird das Mundstück an den Pfeifenkopf angepasst ("verschachtelt")
In den Pfeifenkopf wird das Tabakloch gebohrt
Der Pfeifenkopf-Rand wird mit einer elektrischen Drahtbürste aufgeraut

Dieser sucht die am hochwertigsten wirkenden Kanteln aus und kocht sie mehrere Stunden in Kupferkesseln. Dabei wird dem Holz der Holzsaft entzogen und es erhält seine schöne Färbung. Während der darauf folgenden Trocknung bekommen fünf bis zehn Prozent der Kanteln unschöne Sprünge und müssen aussortiert werden.

Die übriggebliebenen Stücke werden ab diesem Zeitpunkt Ebauchons genannt und sind bereit für den Verwandlungsprozess in eine echte Tabakpfeife aus Bruyereholz. Von diesem Punkt an ist einzig die Erfahrung des Pfeifenmachers im Umgang mit Material und Werkzeug ausschlaggebend für das Endergebnis. Hier entscheidet sich auch, ob aus dem gewählten Ebauchon eine Serienpfeife nach einem bereits existierenden Modell entsteht, oder ob der Pfeifenmacher ein echtes Unikat, eine Freehand, anfertigt. Der Phantasie sind dabei nur die Grenzen der Funktionstüchtigkeit gesetzt – rauchbar muss die fertige Pfeife auf jeden Fall sein.

Entschließt sich der Pfeifenmacher eine Serienpfeife anzufertigen, folgt nun eine genau festgelegte und unveränderbare Abfolge von Arbeitsschritten. Nach dem Einrichten der Präzisionsmaschinen beginnt (in ständigem Wechsel zwischen maschineller und manueller Arbeit) das Ausformen des Pfeifenkopfs mit dem Tabakloch. Stellen, die von der Fräse nicht erreicht werden, müssen von Hand nachgearbeitet werden. Auch alle anfallenden Schleifarbeiten werden manuell durchgeführt. Besondere Genauigkeit ist bei der Bohrung des Holmlochs gefragt – ist das Loch nicht millimetergenau zentriert, zieht die fertige Pfeife schlecht.

Während dieser Arbeitsschritte werden oft kleine Fehler im Holz sichtbar. Diese gilt es später sauber zu verkitten und zu schleifen. Kittstellen stören in der Regel nur leidenschaftliche Pfeifensammler – den eigentlichen Rauchgenuss beeinträchtigen sie nicht.

Der Pfeifenkopf wird von Hand gebeizt
Der Pfeifenkopf wird von Hand gebeizt
Hier ist die charakteristische Holzmaserung gut zu erkennen
Hier ist die charakteristische Holzmaserung gut zu erkennen
Logo Gravur
Logo Gravur

Ist der Pfeifenkopf soweit gediehen wird das Mundstück angepasst oder "verschachtelt", wie dieser Arbeitsschritt von den Pfeifenmachern genannt wird. Auch hier ist nochmals höchst individuelle Präzision gefragt, da jeder Rohling seine eigene Beschaffenheit hat. Ständig muss für "genau diese" Pfeife der Arbeitsprozess variiert und angepasst werden. Die jetzt fast fertige Pfeife wird nun durch einen sich immer weiter verfeinernden Schliff auf das Finish vorbereitet. Vor der Lackierung wird die Pfeife, je nach Qualität, mit Wachs vorbehandelt oder gebeizt. In einem weiteren Poliergang wird die charakteristische Maserung des Bruyereholzes weiter hervorgehoben. Nach der Lackierung mit einem Speziallack wird die Pfeife ein letztes Mal poliert und ist fertig für die Qualitätskontrolle.

Diese kurze Abhandlung kann den aus 30 bis 40 Arbeitsschritten (je nach Modell) bestehenden Herstellungsprozess nur grob umrissen wiedergeben. Und doch wird klar: In jeder fertigen Tabakpfeife steckt viel Handarbeit und das Fachwissen erfahrener Pfeifenmacher.

Qualität aus Leidenschaft

Das Rauchen einer handgefertigten Tabakpfeife kann ein entschleunigter Genussmoment der inneren Einkehr sein. Ein willkommener Kontrapunkt zur Alltagshektik. Gut für die Seele und gut für Sie. Verlassen Sie sich beim Kauf einer Pfeife aus unserem Angebot ein Stück weit auf ihr Bauchgefühl.

Die Pfeife muss Ihnen gefallen, so wie Ihnen Ihr Lesesessel oder die Lieblingsschuhe gefallen. Sie sollen sich mit Ihrer Pfeife wohlfühlen. Die Frage nach der Qualität übernimmt in diesem Fall A.P. Donovan für Sie: Alle Tabakpfeifen in unserem Sortiment werden auch den hohen Ansprüchen erfahrener Pfeifenraucher gerecht.