Hammerschmiede products

Hammerschmiede
Hammerschmiede
„Wir machen das, weil es uns wahnsinnig viel Freude bereitet!“

Alexander Buchholz, Master Distiller der Manufaktur Hammerschmiede, spricht hier nicht etwa über sein liebstes Freizeithobby, sondern über seine Arbeit. Hand aufs Herz: Wer kann das über seinen Beruf schon sagen? Doch in diesem speziellen Fall kommt der Beruf von Alexander Buchholz der namensgebenden Berufung gleich: Er ist Distiller Master aus Überzeugung und Leidenschaft.

Sein Arbeitsplatz kann, ebenso wie sein Handwerk, auf eine lange Tradition zurückblicken. Bereits im Jahr 1273 wurde der Grundstein der oberen Hammerhütte zu Wieda gelegt.

Das historische Gebäude im Harz hat eine bewegte Geschichte. Ursprünglich nutzten die Mönche des nahen Klosters Walkenried die Hammerhütte zum sogenannten „Frischen“ von Eisenrohguss. Die Pest in Europa, der dreißigjährige Krieg und die Reformation sind nur einige der zahlreichen Ereignisse, in deren Folge die Hammerhütte Besitzer und Nutzungszweck mehrfach wechselte. Im Jahr 1890 geht das Gebäude schließlich in den Besitz von Theodor Knoblauch über.

Beinahe einhundert Jahre später beschließt sein Urenkel Karl-Theodor Buchholz, der Vater von Alexander Buchholz, in der alten Hammerhütte eine Gaststätte mit eigener Spirituosenproduktion zu eröffnen. Im März 1985 ist es nach umfangreichen Renovierungs- und Umbauarbeiten endlich soweit: Die Harzgaststätte Hammerschmiede eröffnet und zeitgleich nimmt die Manufaktur feinster Spirituosen die Produktion auf.


Die Wende 1989 bringt nicht nur den politischen Umbruch; bis dato war die Harzgaststätte ein wirtschaftlicher Erfolg, doch die Öffnung zum Westen lässt den Strom der Harz-Touristen versiegen. Immer weniger Gäste finden den Weg in „die Drei-Südharzer“ Orte Wieda, Zorge und Walkenried und damit auch in die Gaststätte Hammerschmiede. Gleichzeitig eröffnet sich mit einem Mal der internationale Markt für die gefragten Produkte aus der hauseigenen Destillerie.

Zum Jahresende 1998 fällt nach langen Überlegungen eine zukunftsweisende Entscheidung: Der Gaststättenbetrieb wird zugunsten der Destillerie aufgegeben. Fortan will sich die Familie Buchholz gänzlich der Spirituosenherstellung widmen. Zu diesem Zeitpunkt liegt die Jahresproduktion bei 5.000 Litern mit steigender Tendenz.

Die Produktpalette wird ständig erweitert: Neben den Klassikern „Schmiedefeuer“ (ein starker Kräuter mit 56 %), „Holzfäller“ (eine Kümmelspirituose) und „Obstgarten“ (ein Edelbrandcuvée aus den besten Obstsorten des Harzes) werden jetzt auch Schlehen- und Heidelbeerlikör sowie diverse andere Spirituosen hergestellt. Trotz der wachsenden Produktvielfalt wohnt dem Herstellungsprozess immer der traditionelle Grundgedanke

„Wir können was wir machen“

inne. Im wahrsten Wortsinn der Manufaktur (lat. manus = die Hand, lat. facere = herstellen) werden hier mit viel Liebe zum Detail in aufwändiger Handarbeit Spirituosen von ausgesuchter Qualität und Reinheit hergestellt.

Im Jahr 2000 beginnt in der Manufaktur die Planung eines Projekts, das vielen Alteingesessenen so exotisch erscheint, wie der Gedanke auf den Hängen des Harzer Brockens Reisterassen anzulegen: Der erste Harzer Single Malt Whisky soll destilliert werden.

Zu diesem Zeitpunkt gibt es nur im süddeutschen Raum zwei Destillerien, die sich der Herstellung von Single Malt Whisky verschrieben haben. Gesagt, getan: Im Herbst 2002 können die ersten Fässer des Destillats eingelagert werden. Drei Jahre Fassreifung liegen vor dem noch unfertigen Glen Els Single Malt. Der Name ist eine Hommage an den Standort der Manufaktur: Glen (Tal) für das Elsbachtal und Els für den Elsbach selbst, der hinter dem Manufakturgebäude in seinem Bachbett plätschert.

Der erste fertige Glen Els Harzer Single Malt Whisky legt zum Jahreswechsel 2005/06 einen fulminanten Start hin und das Fasslager wird um neue Jahrgänge erweitert. Mittlerweile ist die Manufaktur in größere Produktionsräume im nahegelegenen Zorge umgezogen und die Räumlichkeiten der alten Hammerschmiede werden als Fasslager genutzt.

Die Fasslagerung ist das Spezialgebiet von Alexander Buchholz. Neben seiner Hauptaufgabe, den Destillationsvorgang als Master Distiller zu betreuen, ist er für das Fassmanagement der Manufaktur zuständig. Von der Qualität des Fasses hängen bis zu siebzig Prozent des zu erwartenden Whisky-Aromas ab. Bei seinen Recherchen in ganz Europa ist Alexander Buchholz ständig auf der Suche nach gebrauchten Sherry- und Weinfässer, die dem Glen Els das perfekte Finish geben. „Dabei sind persönliche Kontakte besonders wichtig“, erläutert er den hart umkämpften Markt gebrauchter Fässer. Diese sind ebenso rar wie teuer – „Ein gutes Sherryfass von 250 Litern ist schnell bei 1.500 Euro“.

Heute, im Jahr 2015, ist der Glen Els Single Malt Whisky fest auf dem internationalen Whiskymarkt etabliert. Das Aufrechterhalten der Tradition braucht einen langen Atem. Eine Anstrengung, die sich lohnt, denn Qualität setzt sich letztendlich immer durch. Ein alter Slogan der Manufaktur Hammerschmiede stimmt allerdings nur noch bedingt: „Im Norden ganz oben“ heißt es da. Tatsächlich sind die anderen drei Himmelsrichtungen inzwischen schon längst dazugekommen…

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