Whiskydestillerie Blaue Maus products

Whiskydestillerie Blaue Maus
Whiskydestillerie Blaue Maus
„Es kommt auf den Inhalt an und nicht auf das was draufsteht.“

Thomas Fleischmann von der Destillerie Blaue Maus sagt das ohne Groll oder Zorn. Dabei ist ein handfester Rechtsstreit der Ursprung dieses Satzes. Doch der Reihe nach: Im Jahr 1978 beginnt sein Vater Robert Fleischmann im fränkischen Neuses mit dem Bau einer Brennerei. Fünf Jahre zuvor hat er den bereits 1923 gegründeten Lebensmittel- und Tabakhandel von den Eltern übernommen.

Doch die großen Discounter-Ketten drohen den kleinen Tante-Emma-Laden zu überrollen. Kurzentschlossen plant Robert Fleischmann als weiteres Standbein eine Brennerei zu eröffnen.

Nach Inbetriebnahme der Brennerei im Jahr 1980 ist vorerst nur die Verarbeitung von Obst und mehligen Stoffen erlaubt. Im Februar 1983 ist es dann endlich soweit: Das Hauptzollamt Stuttgart erteilt die Genehmigung zur Herstellung von Branntwein. Noch am gleichen Tag destilliert Robert Fleischmann eine zuvor angesetzte Getreidemaische. Diese auf wenige Sätze reduzierte Vorgeschichte der Destillerie Blaue Maus soll als Einführung genügen, denn mit dem Jahr 1983 beginnt die Geschichte für Liebhaber erlesener Obstbrände und Whiskys erst richtig interessant zu werden.

Dass die Blaue Maus einmal ebenso bekannt werden wird, wie der sprichwörtliche bunte Hund, ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu ahnen. „Wir haben damals 300 Liter reinen Alkohol im Jahr brennen dürfen“, erklärt Thomas Fleischmann, der seit dem Jahr 2000 als Nachfolger des Vaters in der Destillerie tätig ist. Glücklicherweise gibt sich Vater Robert 1983 nicht mit dem Brennen von Korn und Obstler zufrieden; er beginnt zu experimentieren. Ihm schwebt die Destillation von Whisky aus Malzmaische vor, ein echter Single Malt. Ein zu dieser Zeit in Deutschland einmaliges Projekt, sieht man einmal von dem seit 1958 bekannten „Racke Rauchzart“ ab.

Es folgen Jahre des ständigen Bestrebens, den gebrannten Whisky mittels gewonnener Erfahrungen zu verbessern. Bemühungen, die neben einer stetig steigenden Qualität des Whiskys auch eine stattliche Anzahl eingelagerter Fässer mit sich bringen. Parallel dazu erfolgen ein Geschäftsanbau und die Einrichtung des Kellers als Gaststätte „Blaue Maus“. Der Gastraum ist eine Hommage an die Seefahrt: Rettungsringe, Fischernetze und Schiffsglocke – ein für Franken nicht alltägliches Ambiente. Auf die Frage nach dem Ursprung des maritimen Bezugs bemerkt Thomas Fleischmann:

„Der Vater war früher bei der Marine, er hat´s nicht mit den Bergen, so mit dem Klettern und Kraxeln“

Auch der Name der „Blauen Maus“ entstammt einem alten Seefahrergedicht, in dem ein Matrose des Öfteren eine Hafenspelunke gleichen Namens aufsucht. „Das ist mit viel Liebe eingerichtet“ , beschreibt Thomas Fleischmann die seemännische Ausstattung der Gastwirtschaft.

In diesem Schankraum kommt es 1995 zu einer Begebenheit, die Auslöser des bereits oben erwähnten Rechtsstreits werden soll. Robert Fleischmann bietet dem zu Gast weilenden Fregattenkapitän Dominik seinen mittlerweile als „Piratenwhisky“ bekannten Single Malt an.

„Der schmeckt besser, als er heißt“, stellt der Kapitän anerkennend fest. In geselliger Runde wird nach einem passenderen Namen gesucht, und schnell steht fest: Die zwei Whiskysorten sollen fortan „Glen Mouse“ und „Glen Blue“ heißen. Im Oktober 1997 meldet Robert Fleischmann die beiden Namen am Münchner Patentamt als Warenzeichen an und im März des Folgejahres ist er stolzer Besitzer der Marken „Glen Blue“ und „Glen Mouse“.

Die Ernüchterung folgt im Oktober 1998: Die Scotch Whisky Association beantragt die Löschung beider Namen; der Namenszusatz „Glen“ würde bei den Verbrauchern eine fälschlicherweise schottische Herkunft des Whiskys assoziieren.

„Vielleicht haben die mit ihren Millionen Litern ja Angst vor unserer Konkurrenz mit den eintausend Litern gehabt“. Die Ironie in Thomas Fleischmanns Stimme ist nicht zu überhören. Nach einem langen, kostspieligen und zermürbenden Rechtsstreit mit dem „Riesen“ Scotch Whisky Association beschließt die Familie Fleischmann, frei nach dem Motto „Viel Feind, viel Ehr“, den Whisky nochmals umzubenennen. Seit diesem Zeitpunkt kennt man den ersten Single Malt Whisky Deutschlands unter dem Namen „Blaue Maus“.

Eine mehr als bewegte Historie, die der erste Single Malt Whisky hierzulande aufweisen kann. Heutzutage werden in der Destillerie Blaue Maus mehr als ein Dutzend verschiedener Whiskys und beinahe ebenso viele Edelbrände hergestellt. Bei sämtlichen Whiskys handelt es sich um begehrte Single Cask Malt Whiskys: Flaschenabfüllungen aus jeweils einem Fass mit ganz individuellen Geschmacksnuancen. Die Destillerie ist Robert Fleischmanns Motto treu geblieben:

„Man muss den Schnaps herausbeten!“
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